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Verteidigung

Incirlik: Wie die Bundeswehr die Türkei verlässt

Aus der Türkei nach Jordanien. Für die Bundeswehr-Einheit in Incirlik gibt es keine Alternative mehr zu diesem Marschbefehl. Der Streit mit Ankara ließ keinen anderen Weg. Die verantwortliche Ministerin wird nun konkret.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat nun erstmals einen konkreten Zeitplan für die Verlegung des Tornado-Verbandes der Bundeswehr aus dem türkischen Incirlik nach Jordanien skizziert. "Bis Ende Juni sind wir im Flugplan der Anti-ISIS-Koalition fest eingeplant. Dann verlegen wir die Tankflugzeuge schnellstmöglich nach Jordanien", sagte die Ministerin der Zeitung "Bild am Sonntag". Die Tankflugzeuge seien dann etwa in der zweiten Juli-Hälfte wieder im Einsatz.

Insgesamt soll die Verlegung des Bundeswehr-Kontingents aus Incirlik nach den Worten der CDU-Politikerin rund drei Monate bis Ende September dauern. Der Umzug der Tornados und der komplexen Auswertetechnik für die Luftbilder sei komplizierter als bei den Tankflugzeugen und werde von August bis September dauern. "Ab Oktober sollen die Aufklärungstornados dann nach Plan wieder starten." Das Wichtigste sei, die Umzugsphase, in der man nicht fliegen könne, so kurz wie möglich zu halten, erklärte von der Leyen weiter. Sie unterstrich außerdem, dass die Sicherheit der Truppe Priorität haber.

Von der Leyen in Jordanien (picture alliance/dpa/Bundeswehr)

Auf Erkundung in Jordanien: Ministerin von der Leyen (Archivbild vom 19. Mai)

Dieser Marschbefehl steht am Ende einer langen Konfrontation zwischen Berlin und Ankara. Immer wieder hatte die türkische Regierung deutschen Abgeordneten Besuche bei dem Bundeswehrverband verweigert. Eine generelle Besuchserlaubnis wurde schon gar nicht erteilt. Ankara wirft einzelnen Abgeordneten eine Nähe zur verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK vor.

Karte deutsche Luftwaffenstützpunkte Türkei Jordanien

Ziel für Angriffe durch den IS?

In Incirlik sind derzeit rund 250 deutsche Soldaten als Teil des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz IS stationiert. Mit sechs Tornado-Jets fliegen sie von dort aus Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak. Nachdem auch ein letzter Vorstoß von Außenminister Sigmar Gabriel erfolglos blieb, entschied sich die Bundesregierung, das deutsche Kontingent auf den jordanischen Stützpunkt Muwaffak Salti bei Al-Asrak zu verlegen. Kritiker befürchten, dass es dort zum Ziel für Angriffe durch den IS werden könnte.

ml/ust (rtr, dpa, afp)