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Volontariat

In vier Runden zum Volontariat

Ofelia Harms hatte keinen Plan B. Fest entschlossen arbeitete die Deutsch-Mexikanerin auf das DW Volontariat hin. Es hat sich gelohnt: Seit 2014 absolviert sie die internationale Redakteursausbildung.

Ich wollte unbedingt das Internationale Volontariat der DW machen und habe mich daher auch auf kein anderes beworben. Denn ich wusste: Nur hier würde ich meine Sprachkenntnisse - Spanisch, Deutsch und Englisch - wirklich einsetzen können. Ehemalige Volontäre hatten mir bereits die verschiedensten Dinge über das Bewerbungsverfahren erzählt, sowohl gute als auch schlechte. Ein genaues Erfolgsrezept hatte keiner. Jeder Einzelne bringt eben ganz andere Qualitäten mit sich.

Schon Wochen vor der Ausschreibung für die erste Bewerbungsrunde war ich aufgeregt. Endlich startete die Online-Bewerbung und über das Formular durfte ich etliches über mich und meine journalistischen Erfahrungen schreiben. Das Schöne dabei war, dass ich auch extra-curriculare Sachen eingeben konnte, wie ein Au-pair oder eine Auszeit zum Reisen. Nach dem Absenden der Daten kam die für mich schlimmste Phase jeder Bewerbung: WARTEN. Ich übte mich im Positiven Denken. Denn einen Plan B hatte ich nicht. Wahrscheinlich hat mir diese Einstellung geholfen, fokussiert auf das eine Ziel hin zu arbeiten.

Nach ein paar Wochen kam dann endlich die lang ersehnte E-Mail mit der Botschaft: "Sie sind weitergekommen". In der zweiten Runde musste ich nun eine Reportage schreiben. Dafür standen drei Themen zur Auswahl. Ich entschied mich für "Nachtschicht" und fuhr mit dem Ordnungsamt in Bonn unter anderem ins Rotlichtviertel, wo ein Bordell überprüft werden sollte. Ich musste die ganze Zeit eine Schutzweste tragen. Das Gefühl, das ich dabei hatte, bestätigte mir: Das ist genau das, was ich in Zukunft machen will. Menschen kennen zu lernen und Momente zu erleben um im Anschluss darüber zu berichten ist einfach der schönste Job, den man haben kann.

Bei der Bewerbung standen noch zwei weitere Runden an: ein Telefoninterview auf Deutsch und Spanisch und ein persönliches Auswahlgespräch mit den Direktoren und leitenden Redakteuren der DW. Über dieses letzte Gespräch hatte ich am meisten gehört und ich machte mir große Sorgen, ob ich entweder zu schüchtern oder zu arrogant rüberkommen würde. Wie findet man die perfekte Einstellung? Ganz einfach. Im Gespräch war ich der einzige Mensch, der ich sein kann: ich selbst.

Kurz bevor ich den Saal betrat, dachte ich noch daran, wie lange ich auf diesen Moment hingearbeitet hatte und war fest entschlossen, diesen letzten Schritt auch nicht wieder zurückzugehen. Ich setzte mich vor die imponierende Runde (samt Intendanten!) und merkte zum Glück schnell, dass ich gar nicht nervös war. Es war ein sehr nettes Gespräch. Den Stress davor hätte ich mir gar nicht machen müssen.


Das Bewerbungsverfahren für das künftige Volontariat ist leicht modifiziert worden. Details zur aktuellen Bewerbung finden sie hier.