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Aktuell Amerika

In stillem Gedenken

Elf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September wurde in den USA der fast 3000 Toten gedacht. Am Mahnmal in New York fand die zentrale Gedenkzeremonie statt. Große Reden blieben allerdings aus.

Mit Schweigeminuten haben die New Yorker der Opfer der islamistischen Terrorangriffe gedacht. Am Mahnmal am so genannten Ground Zero, wo die beiden Türme des World Trade Centers standen, trauerten mehrere hundert Angehörige der Opfer. Die Veranstaltung fand vor der Kulisse der fast fertiggestellten Neubauten des One World Trade Centers statt.

Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Vorgänger Rudolph Giuliani, damals im Amt und oberster Krisenkoordinator, nahmen an der Zeremonie teil. Alle trugen weiße Schleifen an ihrer Kleidung als Zeichen der Trauer, aber auch des Optimismus.

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Andacht am Ground Zero

Namen der Opfer verlesen

Wie in jedem Jahr verlasen Hinterbliebene die Namen aller Opfer, nur unterbrochen von sechs Schweigeminuten: Eine für jedes der vier entführten Flugzeuge und jeweils eine, als die beiden Türme des World Trade Centers einstürzten.

Am 11. September 2001 hatten Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida Passagierflugzeuge entführt und in die New Yorker Zwillingstürme sowie ins Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte entführte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania nahe Shanksville in ein Feld.

Weniger Teilnehmer

In diesem Jahr nahmen erstmals weniger Menschen an der Zeremonie in New York teil. Während in den vergangenen Jahren noch Tausende kamen, waren es dieses Mal weniger als 500 Familienmitglieder, die die Namen ihrer getöteten Angehörigen verlasen.

Neu ist auch, dass ausschließlich Angehörige sprachen, während in den vergangenen Jahren immer auch Politiker redeten. "Es ist Zeit, den 11. September von der Politik zu befreien", schrieb der 'Boston Globe' in einem Leitartikel zu dem Thema.

Pause im Wahlkampf

Sowohl das Team von Präsident Obama als auch sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney verzichteten auf negative Werbespots im Fernsehen, in denen sie den politischen Gegner angreifen.

Obama legte nach einer Schweigeminute im Weißen Haus am Pentagon einen Kranz nieder, während Romney einen Auftritt auf der Jahresversammlung der Vereinigung der Nationalgarde plante. Vizepräsident Joe Biden wollte in Shanksville in Pennsylvania an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen.

Entschädigungszahlungen

Kurz vor dem Jahrestag erhielten krebskranke Opfer der Anschläge die Nachricht, dass ihnen künftig auch eine Entschädigung zusteht. Die Regelung gelte für die Krebsarten, die auf die Folgen des Einsturzes des World Trade Centers in New York zurückgeführt werden könnten, erklärte der Verwalter des Entschädigungsfonds, John Howard.

Aus dem 4,3-Milliarden-Dollar-Fonds werden die Behandlungskosten von Menschen mit Asthma, Depressionen oder Angstzuständen in Folge der Anschläge gezahlt, Krebserkrankungen fielen bislang nicht darunter. Die neue Regelung soll ab Mitte Oktober greifen.

uh/fab (dpa,afp)

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