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In Katerstimmung

Der Tierliebhaber denkt beim Kater an eine männliche Katze, der Alkoholliebhaber an seinen Zustand nach einer durchzechten Nacht und der Sportfanatiker an ein schmerzhaftes Ziehen in den Muskeln. Dreimal schwarzer Kater.

Das Wörtchen Kater wurde im neunten Jahrhundert von der Vorform des Wortes Katze gebildet und bezeichnete ab diesem Zeitpunkt die männlichen Artgenossen dieses Tieres. Die in Deutschland sehr beliebten Haustiere wurden unter anderem wegen ihrer Charaktereigenschaften Bestandteil zahlreicher Redensarten und Sprichwörter. Versuchen wir, diesen Geschöpfen einmal auf den Grund zu gehen!

Ein Imageberater für die Katze

Ein Hundewelpe und eine kleine Katze sitzen auf einer wiese und beschnuppern sich.

Die Schmusekatze verträgt sich sogar mit dem Hund

Katzen sind eigentlich sehr angenehme Haustiere. Man muss nicht mit ihnen spazieren gehen oder sie ständig beschäftigen. Sie sind unkomplizierte, reinliche und treue Weggefährten. Na gut, sie können stur und eigensinnig sein, wenn ihnen etwas nicht passt, aber auch schnurren und schmusen, wenn sie sich wohl fühlen – wie wir Menschen.

Beide Eigenschaften des Stubentigers finden sich im übertragenen Sinn wieder. Zum Beispiel gelten Katzenhalterinnen als einsam und verzweifelt. Besonders hart trifft es jedoch die schwarzen Katzen. Kreuzt nämlich solch ein dunkles Exemplar die Straße von links nach rechts, bringt das Unglück. Anders verhält es sich, wenn die schwarze Katze von rechts nach links läuft. Und eine Frau, die besonders zärtlich und liebevoll ist, bekommt zu hören: "Du Schmusekatze!" Da ja auch mancher Mann diese Eigenschaft besitzt, gibt es natürlich auch den Schmusekater.

Das ist alles für die Katz!

Katze im Sprung

Vieles ist in einem Katzensprung erreichbar

So oft wie die Katze als Haustier in deutschen Haushalten vorkommt, so oft treffen wir sie auch in unserem Sprachgebrauch an. Menschen, die sich nicht vertragen und immer streiten, sind wie Katz und Maus. Da ist dann auch jeglicher Versuch zur Schlichtung für die Katz, also umsonst. Manche spielen miteinander ein Katz- und Maus-Spiel, um den anderen zu überlisten und schlecht aussehen zu lassen.

Menschen, die morgens immer nur eine Katzenwäsche machen, müssen aufpassen, dass sie nicht am Katzentisch landen. Da dieser immer abseits steht, wird es dort sehr einsam. Zur Not hilft ja ein ausgiebiges Bad und schon ist der Platz am anderen Tisch wieder greifbar nah, also nur noch einen Katzensprung entfernt.

Was macht die Katze denn im Sack?

Der gestiefelte Kater

Einer der berühmtesten Vertreter seiner Art: Der gestiefelte Kater

Wer ein unüberlegtes Geschäft macht, also zum Beispiel ein gebrauchtes Auto kauft ohne eine Probefahrt zu machen, der kauft die Katze im Sack. Denn er weiß ja nicht, was sich bildlich gesehen in diesem Sack verbirgt.

Steht die Unterschrift allerdings auf dem Kaufvertrag und reißt einem nach wenigen Kilometern der Keilriemen, lässt der Verkäufer die Katze aus dem Sack. Er verrät, dass das Auto schon ziemlich betagt ist und er dem Käufer nicht die Wahrheit gesagt hat. Beide Redewendungen sollen übrigens auf die Erzählung vom Narren "Till Eulenspiegel" zurückgehen. Dieser soll eine lebendige Katze in einen Sack eingenäht haben, sie aber einem Kürschner zur Pelzherstellung als Hasen verkauft haben. Als dieser dann die Katze aus dem Sack ließ, fiel der Betrug auf, das Geheimnis wurde preisgegeben.

Der etwas andere Kater

Eine Frau sitzt umringt von Flschen am Tisch und stützt ihren Kopf auf

Das letzte Bier muss schlecht gewesen sein

Nun: Es soll ja Menschen geben, die nur Hunde oder nur Katzen mögen – sogenannte Hundemenschen oder Katzenmenschen. Eigentlich ist es Geschmackssache, welches Tier man lieber mag. Was man bestimmt nicht mag, ist eine bestimmte Katerart. Dieser Kater hat weder Haare, noch einen Schwanz. Er ist einfach nur ein fürchterlicher Zustand, der einen morgens ereilt, wenn man am Abend zuvor zuvielgetrunken hat.

Man wird wach, öffnet vorsichtig die Augen, der Kopf ist schwer und brummt, als ob man einen Hammerschlag abbekommen hat, der Magen versprüht eine gewisse Übelkeit, und Helligkeit und Lautstärke werden zum Erzfeind. Man hat einen ordentlichen Kater, man ist verkatert.

In Katerstimmung

Eine fauchende Katze blickt in die Kamera.

Wenn der Stubentiger zur Raubkatze wird...

Aber woher kommt denn der Ausdruck einen Kater haben? Zunächst gab es den Ausdruck Katzenjammer für diesen Zustand des Unwohlseins. Den hat immer noch jemand, der verkatert ist, aber auch jemand, der an etwas oder jemandem scheitert und danach ganz traurig ist. Bildlich gesehen jammert und jault er wie eine Katze.

Den Begriff Katerstimmung sollen Leipziger Studenten im 19. Jahrhundert geprägt haben. Denn dort gab es ein Bier, das den Namen Kater trug. Eine weitere Erklärung ist, dass Kater ähnlich klingt wie Katarrh, eine Entzündung der Schleimhäute. Das Fremdwort wurde in Schreibweise und Bedeutung einfach so geändert, dass ein Kater letztlich verantwortlich war für dieses morgendliche "Kratzen" im Kopf.

Anti-Kater-Tipps

Rollmops und saure Gurken

SOS! Jetzt helfen nur noch Rollmops und saure Gurken

Gegen einen Kater hat jeder sein bewährtes Mittel: Kopfschmerztabletten etwa oder ein ausgiebiges Katerfrühstück. Ein Klassiker unter den Kateressen ist der Rollmops, ein eingelegter, sehr salziger Fisch. Nach übermäßigem Alkoholgenuss braucht der Körper nämlich Salz und Fett.

Das hat seinen Grund: Ein Kater entsteht, weil der Alkohol den Körper mehr Flüssigkeit ausscheiden lässt als er aufnimmt. Durch den Flüssigkeitsmangel werden dann die Kopfschmerzen verursacht. Um es gar nicht dazu kommen zu lassen, sollte man schon vor dem Zubettgehen und auch am kommenden Tag viel Mineralwasser trinken, um so den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Lange galt auch die Empfehlung, den Kater morgens mit einem Schnaps zu bekämpfen, aber davon sollte man besser die Finger lassen. Denn da beißt sich die Katze in den Schwanz:Das wird nämlich zum Teufelskreis, da man den Kater nur hinauszögert oder sogar verschlimmert.

Naschkatzen und ein Kater vertragen sich nicht

Eine Katze reißt ihr Maul weit auf und ist kurz davor eine Maus zu fangen.

Vorsicht kleine Maus, sonst wirst du zum Katzenfutter!

Nun noch ein Tipp für alle gefährdeten Naschkatzen: Finger weg von süßem Zeug – selbst wenn man wie die Katze um den heißen Brei schleicht, um die Packung mit den süßen Katzenzungen aus Schokolade doch noch auf einen Schlag leerzuessen, dann aber den wohlgemeinten Ratschlag zu hören bekommt: "Dir wird schlecht!"

Man sollte in einer solchen Situation auch demjenigen oder derjenigen nicht um die Beine streichen wie eine Katze, schmeicheln und katzbuckeln und "Bitte! Bitte!" sagen, um die Katzenzungen doch noch zu bekommen. Wer darauf allerdings pfeift, weil es ihm egal ist, wenn ihm übel wird, der muss warten, bis er allein zuhause ist und dann nach dem Spruch handeln: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Die muskulöse Katerstimmung

Na ja: Wo wir gerade bei Übelkeit sind. Ebenso unangenehm wie ein Alkohol-Kater ist der Muskelkater, übrigens auch eine Verballhornung des Begriffs Katarrh. Er kommt nicht von zu viel Wein, Bier oder Schnaps, sondern von zu viel körperlicher Anstrengung, besonders wenn man diese nicht gewohnt ist. Wer ihn hat, muss nach dem Spruch handeln "Augen zu und durch". Denn ein bekannter Spruch der "Kleinen Hexe" hilft leider nicht: "Simsalabim, abrakadabra, dreimal schwarzer Kater!" – und alles ist weg.

Fragen zum Text

Gegen einen Kater am Morgen hilft nur ...
1. das Katzenfutter.
2. das Katerfrühstück.
3. die Katzenzunge.

Wenn die getane Arbeit für die Katz war, dann ...
1. war sie umsonst.
2. war sie besonders anstrengend.
3. war sie sehr ertragreich.

Tut jemand etwas, ohne sich vorher zu informieren, dann ...
1. schleicht er wie die Katze um den heißen Brei.
2. lässt er die Katze aus dem Sack.
3. kauft er die Katze im Sack

Arbeitsauftrag

Kennt ihr noch mehr Redewendungen mit Tieren?

Setzt die oben genannten Tiernamen in die Lücken ein und entscheidet so, welches Tier zu welcher Redewendung gehört. Wisst ihr auch, was sie bedeuten?

Hühner – Frosch – Wurm – Hunde – Pferde – Hase

a) Sei doch kein ________!

b) Da liegt der ______ im Pfeffer.

c) Da lachen ja die __________!

d) _________ die bellen, beißen nicht.

e) Immer langsam mit den jungen ___________!

f) Der frühe Vogel fängt den ______.

Autorin: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

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