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Aktuell Europa

In Island zeichnet sich Machtwechsel ab

Island steht vor einem Regierungswechsel. Nach den Wahlen deutet sich ein Sieg der bürgerlichen Opposition an, die wieder mit Mehrheit ins "Althing" (Bild) einziehen wird. Noch aber sind nicht alle Stimmen ausgezählt.

Nach einer Prognose des Senders RUV (auf der Basis von knapp 20 Prozent der ausgezählten Stimmen) verlor die 2009 kurz nach dem Bankenkollaps auf der Atlantikinsel angetretene Mittelinks-Koalition der Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdardóttir mit nur 25 Prozent die Hälfte ihrer bisherigen Sitze im Parlament. Dagegen sicherten sich mit 48,5 Prozent die oppositionellen Konservativen zusammen mit der liberalen Fortschrittspartei wie erwartet die absolute Mehrheit.

Der konservative Parteichef Bjarni Benediktsson (Foto: dpa)

Der wahrscheinliche Wahlsieger: Bjarni Benediktsson

Voraussichtlich neuer Ministerpräsident wird der konservative Parteichef Bjarni Benediktsson. Er will den von der bisherigen Regierung betriebenen Beitritt Islands zur EU stoppen. Benediktssons traditionell auf der Atlantikinsel dominierende Unabhängigkeitspartei lag bei der als stabil eingestuften Prognose mit 25,9 Prozent vor der Fortschrittspartei mit 22,6 Prozent.

Als ausschlaggebend für das Desaster der bisherigen Koalition gilt in Reykjavik die Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Verteilung der Lasten aus dem Bankenkollaps. Für diesen hatten die Wähler noch die Konservativen politisch verantwortlich gemacht und sie 2009 nach 18 Regierungsjahren in die Opposition geschickt.

Privathaushalte haben zu kämpfen

International wird das Krisenmanagement von Sigardurdóttirs Regierung als weitgehend erfolgreich anerkannt. Während aber die Arbeitslosigkeit unter 5 Prozent gesunken, der Staatshaushalt fast wieder ausgeglichen und die Wirtschaft in Schwung gekommen ist, haben viele Privathaushalte mit drastisch gestiegenen Kreditschulden zu kämpfen. Das endgültige Wahlergebnis wird für Sonntagvormittag erwartet. Nach Fernsehberichten beteiligten sich 83,3 Prozent der 238.000 stimmberechtigten Isländer an der Wahl.

ml/haz (dpa rtr)

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