In einer vom Krieg zerrissenen Region überwindet das Radio Grenzen | Afrika | DW | 04.04.2018
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Afrika

In einer vom Krieg zerrissenen Region überwindet das Radio Grenzen

Das grenzüberschreitende Netzwerk von Radiosendern aus Uganda und Südsudan ist jung und wächst. Unterstützt von der DW Akademie bringt es Journalisten zusammen, um Beiträge zu teilen – vor allem zu Flüchtlingsfragen.

George Driliga, Sendeleiter von Morobo FM und andere Mitglieder beim Treffen des Cross-Border Network in Kampala. ( Sheila Mysorekar )

George Driliga, Sendeleiter von "Morobo FM" und andere Mitglieder beim Treffen des Cross-Border Network in Kampala.

Jane Angom lächelt stolz: "Jetzt bekommen wir sogar Anfragen von Flüchtlingssiedlungen", sagt sie. "Sie fragen, ob unser Radio dort Debatten zu aktuellen Themen organisieren und live übertragen könnte." Jane Angom ist die Sendeleiterin von "Speak FM" in Gulu, Uganda. Vor kurzem wurde sie zur neuen Koordinatorin auf der ugandischen Seite des Cross-Border Network (CBN) gewählt. "Das CBN ist ein gutes Konzept", sagt Jane, "es erleichtert uns die Verbreitung wichtiger Informationen."

Regelmäßige wöchentliche Sendung über und für Flüchtlinge

"Speak FM" ist ein Bürgerradio mit starkem Fokus auf Frauen und Gemeindeentwicklung. Seit Juni 2017 wird wöchentlich auch ein neues Programm ausgestrahlt: 30 Minuten zu Flüchtlingsfragen. "Es begann mit den Beiträgen unserer mobilen Reporter in den Flüchtlingssiedlungen, die von der DW Akademie ausgebildet wurden. Wir konnten daraus eine regelmäßige, wöchentliche Sendung über und für Flüchtlinge zusammenstellen", erklärt Jane Angom.

Jane Angom, Sendechefin von Speak FM, sieht große Chancen im Austausch zwischen den Radiosendern ( Sheila Mysorekar)

Jane Angom, Sendechefin von "Speak FM", sieht große Chancen im Austausch zwischen den Radiosendern.

Das Cross-Border Network soll dazu beitragen, relevante Informationen wie die Geschichten aus den Flüchtlingslagern zu verbreiten, indem es Sendungen und Beiträge mit Radiosendern in Nord-Uganda und der südlichen Region des Südsudans teilt. "Manchmal sind die Informationen wichtig, um das Leben der Menschen zu verbessern", betont Jane. "So wurde zum Beispiel armen Mädchen in dieser Gegend beigebracht, wie man wiederverwendbare Damenbinden herstellt. Über CBN können diese Informationen ausgetauscht werden. Die Wirkung ist also viel größer."

Die Netzwerkidee: Rundfunk über die Grenze hinweg

George Driliga stimmt zu. Der Sendeleiter von "Morobo FM" aus Morobo im Südsudan floh 2016 aus seiner Heimat. Als sich der Krieg verschärfte, mussten sowohl George als auch das gesamte Radiopersonal mit ihren Familien die Grenze überqueren, um ihr Leben zu retten. Die Journalistinnen und Journalisten von "Morobo FM" leben jetzt in verschiedenen Flüchtlingssiedlungen in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Mit Hilfe von Mobile Reporting produzieren sie nun ein wöchentliches Programm, das seit dem 5. April 2018 von einem ugandischen Radio ausgestrahlt wird – der Radioempfang reicht bis weit in den Südsudan, einschließlich ihrer Heimatstadt Morobo.

"Deshalb bedeutet uns das Cross-Border Network viel", sagt George. "Die gleichen Probleme betreffen unsere Familien im Südsudan und unsere Brüder in Uganda. Wenn die CBN-Mitglieder ihre Programme teilen, werden die Menschen im Südsudan und in Uganda wissen, was in den Flüchtlingslagern vor sich geht. Sie müssen sich nicht mehr auf Gerüchte verlassen, sondern werden Fakten haben." Die mobilen Reporter aus den Camps helfen dabei, Informationen zu sammeln, die an alle Stationen im Netzwerk verteilt werden können. George schlussfolgert: "Das CBN ist zur rechten Zeit gekommen!"

Die Anwältin Celia Kaala begleitet das Cross-Border Network bei der Gründung. (Sheila Mysorekar)

Die Anwältin Celia Kaala begleitet das Cross-Border Network bei der Gründung.

Die Zusammenarbeit wird intensiviert

Das Cross-Border Network (CBN) hat gerade eine Mitgliederversammlung in Kampala, Uganda, abgeschlossen. Kürzlich wurde das Netzwerk "erfolgreich in Uganda registriert", sagt die Rechtsanwältin Celia Kaala, die das Netzwerk bei der Gründung begleitet. Außerdem wurde ein Memorandum of Understanding diskutiert, das in Kürze von allen Mitgliedern unterzeichnet werden soll. Nach der Klärung aller rechtlichen Fragen kann sich das CBN mit voller Kraft seinem Hauptziel widmen: dem Austausch von Sendungen zwischen den verschiedenen Netzwerk-Sendern. 

 

Die DW Akademie ist in Uganda mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aktiv.

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