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Wirtschaft

In der Transformation voneinander profitieren

Mit einem Gipfeltreffen möchte die "Central European Initiative" erfolgreiche Beispiele für den wirtschaftlichen Wandel vom Kommunismus zur Marktwirtschaft bekannter machen.

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Von der Wirtschaft nach Karl Marx zum freien Markt

Vinzenco Calogero ist zufrieden: Zum Auftakt des vierten Treffens von Unternehmern und Regierungsvertretern aus 17 zentraleuropäischen Staaten registriert er erneut gewachsenes Interesse. Über 1.500 Politiker und potentielle Investoren werden in diesen Tagen nach Triest kommen. Im vergangenen Jahr in Budapest waren es lediglich 800.

Viele ehemals zentralwirtschaftliche Staaten waren im so genannten Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), auch Council for Mutual Economic Assistance (COMECON) genannt, aufeinander angewiesen. Nach der Wende zerbrachen ungezählte Handelsbeziehungen. Zahlreiche Staaten errichteten im Zuge von Unabhängigkeitsbestrebungen politische und wirtschaftliche Zäune um sich herum. In der Central European Initiative (CEI) suchen die Staaten nun neue Wege, um durch Zusammenarbeit wirtschaftlich voranzukommen.

Vizenzo Calogero, Chef-Organisator der Central European Initiatve (CEI), gibt Beispiele, wie die CEI dabei helfen kann: "Ein Weg ist, sich Privatisierungsmöglichkeiten oder -projekte anzuschauen. In den meisten Transformationsstaaten innerhalb der CEI gibt es Staatsunternehmen, die privatisiert werden müssen." Bei Privatisierungen gebe es stets Chancen für ausländische Partner, für große Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, dem Transportwesen und der Telekommunikation, sagt Calogero: "Wir suchen nach spezifischen Projekten für Unternehmer aller CEI-Staaten."

Jede Idee, die aus einem Land kommt, könne ein Modell für ein anderes Land sein. Slowenien etwa biete seine Erfahrungen und Hilfe bei der Gründung von Fonds zur Entwicklung von kleinen und mittelgrossen Betrieben an. Die Slowenen richten sich dabei insbesondere an Jugoslawien, Mazedonien, Bosnien und Kroatien. Für andere Bereiche wie etwa die Landwirtschaft oder den Tourismus könnte es umgekehrt sein, meint Calogero. Das habe nicht so sehr mit selbstloser Hilfe zu tun, räumt Calogero ein, natürlich stehe dahinter auch immer der Wunsch, bessere Geschäfte zu machen: "Die Formel lautet: Wenn Sie Geschäfte machen, dann machen Sie keinen Krieg. Dann sind Sie an Stabilität interessiert. Die Idee oder Philosophie - die schon viele Philosophen erkannt haben - ist: Wenn Sie Ihren eigenen Geschäften nachgehen, dann verhalten Sie sich vernünftig. Sie werden keine Gewalt ausüben. Sonst wendet sich die Gewalt gegen Sie selbst."

Dabei sind die finanziellen Möglichkeiten der CEI sehr begrenzt. Die Teilnehmerstaaten haben keinen eigenen Fonds errichtet, in den sie einzahlen. "Wir können keine Geschäfte finanzieren. Wir können lediglich das Zusammenkommen der Geschäftsleute finanzieren", sagt Calogero. Sie dürften aber Studien finanzieren, fügt er hinzu. "So haben wir den Entwurf von Großhandelsmärkten in CEI-Staaten bezahlt. Wir unterstützen jene, die sie bauen wollen. Wir haben keine Mittel, um sie selbst zu bauen. Aber wir können den Architekten oder die wirtschaftliche und die rechtliche Beratung bezahlen."

Stets komme es dabei darauf an, die Transformationsstaaten untereinender zu verbinden: "Wir hatten in der Vergangenheit Projekte, wo Landwirte aus Weissrussland die Tschechische Republik besucht haben. Offenkundig waren die klimatischen Bedingungen, die ganze Situation ähnlich." Daher hätten die Menschen aus Weissrussland mehr davon profitiert, nach Tschechien zu gehen als wenn sie nach Italien, Frankreich oder Deutschland gekommen wären.

Ein tschechischer Landwirt, so der Ansatz der CEI, könne sich halt viel besser vorstellen, was es bedeutet, wenn er plötzlich nicht mehr staatliches, sondern sein eigenes Land bestellen muß, von der Planung der Aussaat über die Ernte bis hin zu Absatzwegen, die nicht mehr garantiert sind. Ganz abgesehen davon, daß das subventionierte Agrarregime in der Europäischen Union nicht eben Vorbildcharakter für sich neu formierende Wirtschaftsräume habe.

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