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Wissen & Umwelt

In der mobilen Isolierstation zurück

Mit einem mobilen Isolator sollen freiwillige Helfer, die sich mit Ebola infiziert haben, aus Afrika zurück nach Deutschland geflogen werden können. Wie genau funktioniert das?

Ein Klinikbett auf fahrbarem Untersatz, mit einer aufgesetzten Isolierkammer aus transparenter Kunststoff-Folie - das sind nur einige Bestandteile des Transport-Isolators.

Menschen mit einer hoch ansteckenden Krankheit - wie Ebola - können darin transportiert werden, ohne zu einer Gefahr für andere zu werden. Unter dem transparenten Aufsatz sind an beiden Seiten große Schläuche angebracht. Sie leiten die hochinfektiöse Luft aus dem Inneren des Isolators im Unterdruckverfahren durch einen austauschbaren Karbonfilter hinaus. Von der anderen Seite wird Frischluft zugeführt. So ist die Sauerstoffzufuhr für den Patienten gewährleistet.

Durch mehrere sichere Zugriffskanäle können Pflegekräfte den Patienten versorgen. Medikamente kann das Personal durch eine spezielle Schleuse einbringen. "Man kann Infusionen oben über Reißverschluss-Schlitze einführen", erklärt Thomas Dietze, Oberarzt am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz.

Vorstellung und Prüfung der Isolationszellen (Foto: Sanitätsdienst Bundeswehr / Mattern)

Der Transportisolator hat Eingriffe mit integrierten Handschuhen

"Über die Handschuhschleuse kann man einfache pflegerische Maßnahmen vornehmen, etwa dem Patienten etwas zu trinken reichen. Aber man kann keine intensiv-medizinischen Behandlungsschritte darüber durchführen, das ist nicht möglich." Körperflüssigkeiten können dabei nicht durch die Kunststoffhülle nach außen gelangen. Die wären hochinfektiös.

Für den Transport aus Afrika

Würde sich beispielsweise ein freiwilliger Helfer, ein Arzt oder Pfleger infizieren, könnte er von der Bundeswehr zurück nach Deutschland geflogen werden. Die Isoliereinheit würde dann in einen Airbus der Bundeswehr eingebaut, erklärt Dietze. "Wir sind nur dann involviert, wenn wir einen Patienten mit der Flugbereitschaft aus Afrika holen und in ein Behandlungszentrum in Deutschland fliegen. Dieser Isolator wurde von der Bundeswehr gekauft, um Angehörige der Bundeswehr in Liberia oder DRK-Angehörige, die dort im Rahmen der Ebola-Hilfe freiwillig tätig sind, notfalls nach Deutschland zurückzufliegen." Es gehe nicht darum, Ebola-Patienten von Afrika nach Deutschland zu bringen.

Präsentation auf der medica

Mobile Isolatoren waren auch Thema auf der medica, der weltgrößten Medizinmesse, die Mitte November in Düsseldorf stattfand. Dort wurden sie von dem israelischen Unternehmen Savion vorgestellt. "Wenn es in einer Klinik keinen Isolierraum gibt, kann man unser Bett mit der darauf befestigten Kammer nutzen und den Patienten darin einige Stunden oder auch einige Tage unterzubringen, erklärt Ron Lev, Vize-Präsident des Unternehmens. Vorher seien derartige Tragen lediglich dazu genutzt worden, den Patienten die kurze Strecke vom Krankenwagen oder vom Flughafen in die Isolierkammer einer Spezialklinik zu bringen.

Eingehende Prüfung

Vorstellung und Prüfung der Isolationszellen (Foto: Sanitätsdienst Bundeswehr / Mattern)

Über eine Filtereinheit wird die Luft ausgetauscht

Das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz hat die Spezialröhren eingehend geprüft. Zehn Isoliereinheiten hat die Bundeswehr gekauft. Einer der Vorteile sei, so Thomas Dietze, dass das Flugzeug nicht kontaminiert werden könne. "Dieser Lazarettflieger wird ja oft noch für ganz andere Einsätze gebraucht. Er wurde in erster Linie dafür geschaffen, dass man verletzte Soldaten aus Afghanistan oder woher auch immer zurückfliegen kann und das, falls nötig, unter intensiv-medizinischen Bedingungen." Jetzt könne dieses Flugzeug bei Bedarf eben auch dafür benutzt werden einen Ebola-Patienten, der schon Symptome zeigt, in ein Behandlungszentrum nach Deutschland zu fliegen." Der Patient müsse isoliert werden und dazu könne man jetzt den Iso-Transporter nutzen.

In Bereitschaft

Der Airbus der Bundeswehr steht bei der militärischen Flugbereitschaft in Köln, ebenso wie der Isolator. Der Einbau dauere nicht lange, so Dietze. "Wir würden gegebenenfalls nach Afrika fliegen, den Patienten etwa in Monrovia abholen und dann zum Beispiel nach Hamburg fliegen." Der infizierte Patient würde aus Afrika zu einer der sieben Städte geflogen, in denen es eine Isolierstation gibt. Dort werde er von dem speziellen, zivilen Behandlungszentrum am Flughafen abgeholt und in die ausgewählte Isolierstation gebracht. Dort wird der Patient unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen umgebettet, denn die mobile Isolierkammer ist nur für den Transport gedacht. Der dauert meist nur einige Stunden.

Rund 10.000 Euro kostet der Transportisolator. Hinzu kommen die Kosten für den Flug. Das ist der Hauptanteil: "Was die Flugstunde des Airbusses kostet? Ich denke mal 10.000 Euro ungefähr", sagt Dietze. Bisher wurde der Transportisolator noch nicht benötigt, und das bleibt im besten Fall auch weiterhin so.

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