1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

In der Krise

Wenn es kriselt ist sie da: die Krise. In einer Krisensituation werden Krisenstäbe eingesetzt, um die Krise zu lösen, nur in der „Midlife-Crisis“ nicht. Da heißt es dann oft: „Ich glaub’, ich krieg’ die Krise!“

Audio anhören 05:15

In der Krise – die Folge als MP3

Besonders Kids bekommen sie häufig. Aus welchen Gründen auch immer scheinen gerade sie in hohem Maße dafür anfällig zu sein – diese Gruppe von Jungen und/oder Mädchen, die zwar in einem bestimmten Alter sind, für die es aber offensichtlich kein deutsches Wort gibt. Wie dem auch sei, der Ausdruck: „Ich glaub’, ich krieg’ die Krise“ ist längst zu einem typischen Ausdruck im Sprachgebrauch nicht nur von Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts geworden.

Bei so vielen Krisen kriegt man die Krise

Trauernde Frauen in Kaschmir, nach dem Tod eines erschossenen Demonstranten

Krisen sind meist mit viel Leid verbunden

Mit solchen „Krisen“ ist etwas Besonderes gemeint: in den meisten Fällen eine mehr oder weniger große Aufregung, eine Ratlosigkeit, die mit Ärger vermischt ist, oder einfach nur eine besondere Spielart von schlechter Laune, so dass man sich schon über die Fliege an der Wand aufregt. Es ist gut möglich, dass jetzt mancher die Krise kriegen mag, weil eine wahre Krise mit so etwas ja nun wirklich nichts zu tun hat und eigentlich viel schlimmer ist.

In gewisser Weise stimmt das ja auch. Man braucht nur Zeitung zu lesen oder Nachrichten zu gucken. Rundum ist man von Krisen umgeben – egal, wo auf der Welt. Man hört von Krisenstimmung, die herrscht, oder Krisengebieten, in denen keine Ruhe einkehren will. Fast könnte man annehmen, es gäbe auf der Welt nichts anderes mehr. Eigentlich lässt die ursprüngliche Wortbedeutung keinen Schluss auf die heutige Bedeutung zu.

Ein bisschen „Krisen“-Etymologie

Das Wort „Krise“ stammt vom griechischen „krísis“, was eigentlich „Scheidung“, „Entscheidung“ bedeutete. Ursprünglich war es ein Fachwort, das in der Medizin verwendet wurde. Es stand für den Wendepunkt in einem Krankheitsverlauf. Das bedeutet, entweder konnte es einem Patienten besser oder schlechter gehen.

Krise bedeutet zunächst immer eine kritische Situation. Sie kann sich zuspitzen oder sie kann sich entschärfen, sie kann hochdramatisch verlaufen, oder sie ist harmloser als es ursprünglich den Anschein hatte. Jedenfalls müssen die Betroffenen durch sie hindurch. Krisen enden keineswegs zwangsläufig in einer Katastrophe.

Eine persönliche Krise: die Midlife-Crisis

Symbolbild Krisenstimmung: Eine Frau dreht einem Mann den Rücken zu. Beide schweigen sich an.

Krisenstimmung daheim!

In der Psychologie wird eine Krise sogar positiv bewertet. Sie gilt als wichtiger Abschnitt innerhalb eines Entwicklungsprozesses. Wer in einer persönlichen Krise steckt, empfindet das allerdings selten so. Wir wollen jetzt nicht über Krisenmodelle und Krisenphasen sprechen, die jemand dann durchlebt.

Diese Lebenskrisen können jederzeit auftreten, vermehrt jedoch findet man sie im Alter zwischen Ende 30 und Anfang 50. Die Rede ist von der sogenannten Midlife-Crisis, auch „Mittlebenskrise“ genannt. Sie kündigt sich – wie jede andere Krise auch – an. Es gibt genug Anzeichen dafür.

Es kriselt

Für diesen Prozess gibt es in der deutschen Sprache den Ausdruck kriseln. Wenn es beispielsweise in einer Beziehung kriselt, heißt das nichts anderes, als dass etwas nicht mehr so ganz stimmt, dass es Konfliktstoff gibt. Je nachdem, wie darauf reagiert wird, wächst sich dieses Kriseln zu einer handfesten Krise aus, und dann wird’s schwierig.

Und das gilt nicht nur für private Beziehungskrisen, sondern für Krisen aller Art, seien es etwa politische Krisen, Finanzkrisen oder Wirtschaftskrisen. Manchmal wäre angesichts hinreichender Anzeichen für die eine oder andere Krise ein rechtzeitiges Krisenmanagement notwendig gewesen. Allerdings nützt manchmal alles Krisenmanagement nichts, sind alle eingesetzten Krisenstäbe überflüssig gewesen. Dann muss man sich eingestehen: Das Krisenmanagement hat versagt.

Krisenstäbe dürfen keine Krise kriegen

Krisenstäbe werden in Notsituationen besonderer Art eingesetzt. Als beispielsweise im Jahr 2012 die Deiche an der Oder zu brechen drohten oder in den 1970er Jahren die Terroristen der Rote-Armee-Fraktion, der RAF, Prominente entführten, da waren Persönlichkeiten gefragt, die mit Rat und Tat und vor allem mit kühlem Kopf die Krisensituationen zu lösen versuchten. Mit der Einstellung: „Ich glaub’, ich krieg’ die Krise“ wären sie nicht sehr weit gekommen.





Arbeitsauftrag
Überlege, wann du in einer persönlichen Krise gesteckt hast. Wie ist die Krisensituation entstanden? Wie hast du reagiert, warst du wütend, aggressiv, unsicher? Hast du mit einer Freundin/einem Freund darüber gesprochen, oder hast du bei einer anderen Person Hilfe gesucht? Wie lief dein persönliches „Krisenmanagement“ ab? Wie bist du aus der Krise herausgekommen? Hast du dich dadurch geändert, hat dich die Krisenbewältigung in deiner Persönlichkeit weitergebracht? Verarbeite alle die Antworten auf diese Fragen in einer Geschichte, in der du über eine Person schreibst, die in eine Krise gerät.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads