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In der Kürze liegt die Würze!

Kurz ist es: das Wort „kurz“. Kaum kann man etwas wegkürzen, verkürzen oder abkürzen. Es steht für Entfernung, Zeit und Umfang – auch in zahlreichen bildhaften Sprüchen und Redewendungen. Eine kurzweilige Betrachtung …

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In der Kürze liegt die Würze!

Spätestens an Silvester fällt uns auf, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Und dann mag bei dem einen oder der anderen der Satz fallen: „Nicht zu glauben, das Jahr war wirklich zu kurz! Hatten wir nicht gerade erst Januar?“ Kurz? Eigentlich war das Jahr ja genauso lang wie in der Regel alle Jahre davor auch. Allerdings kam uns gerade dieses Jahr so vor, als ob die Zeit wie im Flug vergangen ist. Grund genug, uns das kurze Wort mit den vier Buchstaben etwas näher zu betrachten.

„Bitte kurzfassen!“

Drei Frauen telefonieren gleichzeitig mit ihren Handys und lachen dabei.

Frauen sagt man ja nach, sie wären Plaudertaschen …

Festzuhalten ist zunächst, dass „kurz“ ein Adjektiv und alt, aber auf keinen Fall veraltet und ungebräuchlich ist. Ganz im Gegenteil: Es ist im Deutschen auf Schritt und Tritt in verschiedenen Bedeutungen anzutreffen. Das Adjektiv wurde vor der Lautverschiebung aus dem Lateinischen entlehnt – hier steht curtus für „verkürzt, gestutzt“. Es ist also das Gegenteil von „lang“ und wird daher auch in sehr vielen Wendungen und Sprüchen in bildhafter Form verwendet.

So dürfte jeder von uns Menschen kennen, die Probleme damit haben, sich kurz zu fassen. Sie können sich einfach nicht auf das Wesentliche beschränken, kommen nicht auf den Punkt, stattdessen aber vom Hölzchen aufs Stöckchen. Ach wenn sie doch nur das schöne Sprichwort beherzigen würden: „In der Kürze liegt die Würze“. Aber ihre Gedanken sind einfach durcheinander. Und wenn sie dann endlich geordnet sind und man aus ihrem Mund Wendungen hört wie „mit kurzen Worten“, „kurz und bündig“ oder „kurz gesagt …“ ist für jeden klar: Jetzt kommt diese Person endlich zum Wesentlichen, fasst die wichtigsten Informationen zusammen.

Kurz und klein schlagen – nicht immer eine Lösung

Und wo, wenn nicht in einer Prüfung kann das wichtig sein. Die Zeit ist begrenzt. Wer es nicht schafft, sich kurz zu fassen, dem können ein paar Punkte von der Note abgezogen werden. Und wer dann kurz nach der Prüfung darauf angesprochen wird, wie die Prüfung gelaufen ist, reagiert kurz angebunden, abweisend und wortkarg – wie früher Hofhunde, die als bissig galten, weil sie an einer kurzer Leine gehalten wurden. Nur cholerische Menschen würden nach einer solchen Prüfung alles kurz und klein schlagen.

Prüflinge, die hingegen auf die Note nicht so viel Wert legen, sind fröhlich und erzählen weitschweifig vom Prüfungsablauf! In allen Details! Und fügen hinzu, dass es obendrein kurzweilig war! Ja, eine Prüfung kann für manche sogar unterhaltsam sein!

Kurze Wege und kurzgehaltene Kinder

Ein Junge steckt einen zehn Euro-Schein in ein Sparschwein, auf dem Tisch liegen zwei 20-Euro-Scheine und Kleingeld

Die Kinder werden kurzgehalten, das Taschengeld gekürzt

Vor Prüfungen paukt man bekanntlich ziemlich viel. Vielleicht sollten diejenigen, die sich nicht kurz fassen konnten, schon mal beim Verfassen ihrer Skripte etwas üben. Sind diese zu lang, werden sie einfach gekürzt. Was übrig bleibt, ist dann eben die Essenz, nur das Wichtigste. Allerdings ist nicht alles, was gekürzt wird, positiv zu sehen – etwa wenn zwar die Arbeitszeit verkürzt, aber gleichzeitig auch das Gehalt gekürzt wird!

Und dann auf dem kurzen Dienstweg, also unbürokratisch, bei seinen Vorgesetzten eine andere Entscheidung zu erreichen, dürfte unmöglich sein. Und was ist zu tun? Nun, man kann zunächst kurz beim Kollegen vorbeischauen, die Lage mit ihm besprechen und dann über erste Maßnahmen nachdenken. Zum Beispiel, ob die Kinder nun kurzgehalten werden müssen. Weniger Taschengeld, kein neues Computerspiel mehr …

Keiner zieht den Kürzeren!

Symbolbild: Jemand hält vier Streichhölzer in der Hand, die gleichlang erscheinen

Wer den Kürzeren zieht, ist im Nachteil

Und wenn die Kinder protestieren und die Frage nach dem „Warum?“ stellen, nützt es auch nichts, ihnen irgendeine Lügengeschichte zu erzählen. Denn bekanntlich haben Lügen kurze Beine! So wie jemand, der mit kurzen Beinen nicht ans Ziel kommt, weil er schnell ermüdet.

Also, wir lügen nicht, weil die Wahrheit über kurz oder lang doch ans Tageslicht kommt. Stattdessen sind wir ehrlich und sagen den Kindern kurz und bündig: „Wir müssen jetzt eben alle etwas kürzertreten. Keiner von euch wird zu kurz kommen oder den kürzeren ziehen. Darauf werden wir schon achten.“

Vorsicht bei zu vielen Kurzen!

Nun, wahrlich kurz gefasst haben wir uns nicht, sind ein bisschen abgeschweift, wollen aber dennoch zum Schluss diesen kurzen Witz nicht unerwähnt lassen: „Acht von sechs Leuten können nicht rechnen.“ Wer jetzt keine Kurzen getrunken hat, versteht den Witz sofort.





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