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Wirtschaft

In den USA entsteht ein neuer Luftfahrt-Riese

Wirtschaftskrise, Billigflieger, Konkurrenz aus Asien - den Platzhirschen schwant, dass sie sich rüsten müssen. Und so riskieren es United Airlines und Continental: Sie wollen sich zusammenschließen.

Eine Flugmaschine der Continental Airlines kreuzt eine Maschine der United Airlines (Foto: AP)

Wollen bald zusammen, nicht mehr gegeneinander fliegen.

United und Continental Airlines haben am Montag eine drei Milliarden US-Dollar schwere Fusion bekannt gegeben. Damit würde nach Umsatz die größte Fluggesellschaft der Welt entstehen. Der derzeitige Weltmarktführer und heimische Rivale Delta Airlines würde auf den zweiten Platz verwiesen. Über die Fusion, die noch von den amerikanischen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, ist schon seit Tagen spekuliert worden. Geplant sei "eine Fusion unter Gleichen", teilten beide Konzerne am Montag mit. Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden Konzerne bis 2013 jährlich bis zu 1,2 Milliarden Dollar einsparen.

Lufthansa-Schalter im Flughafen Fuhlsbuettel in Hamburg (Foto: AP)

Lufthansa: Zusammen mit der bald größten Airline in der Star Alliance

Das neue Unternehmen soll United Continental Holding heißen und am bisherigen Stammsitz der United Airlines in Chicago beheimatet sein. Continental-Chef Jeffery Smisek soll die Tagesgeschäfte leiten, während United-Chef Glenn Tilton für zunächst zwei Jahre die Rolle des Chairmans bekleiden soll. Danach soll Smisek seine Position übernehmen. Gemessen am Verkehrsaufkommen ist United bislang die drittgrößte US-Fluggesellschaft, Continental folgt direkt auf Platz vier.

Grünes Licht für Fusion erwartet

Die Übernahme soll über einen Aktientausch erfolgen, Geld demnach nicht fließen. Dabei erhalten Continental-Anleger für jede ihrer Aktien 1,05 Aktien der United-Mutter UAL. Demzufolge wird Continental Airlines mit 3,2 Milliarden US-Dollar bewertet. Nach dem Zusammenschluss sollen ehemalige Continental-Aktionäre 45 Prozent an der neuen Holding halten, die bisherigen Aktionäre des United-Mutterkonzerns UAL 55 Prozent.

Experten erwarten, dass die Wettbewerbsbehörden die Fusion genehmigen. Allerdings müsste sich die neue Airlines eventuell von einigen Flugrouten oder Geschäftsbereichen trennen.

Machine der deutschen Billigflieger-Gesellschaft Germanwings (Foto: DPA)

Drücken nicht nur in Deutschland auf die Preise: Billigflieger

Der geplante Zusammenschluss würde einen US-amerikanischen Giganten hervorbringen mit rund 30 Milliarden Dollar Umsatz, etwas 90.000 Mitarbeitern und knapp 700 Flugzeugen. Mit einer Reichweite von der amerikanischen West- zur Ostküste wäre das neue Unternehmen in den Vereingten Staaten auf den wichtigsten Märkten präsent - New York, Chigaco und Los Angeles eingeschlossen. Außerdem verfügt die dann weltgrößte Fluggesellschaft über ein weitverzweigtes Netz nach Asien, Lateinamerika und Europa. Zusammengenommen befördern United Airlines und Continental im Jahr 140 Millionen Passagiere zu 370 Zielen in fast 60 Ländern. So gerüstet möchte es das neue Unternehmen mit den heimischen Billigfliegern und der Konkurrenz aus Europa und Asien aufnehmen.

Learjet im Sonnenuntergang (Foto: AP)

Bringt die geplante Fusion den Aufwind?

Beide Unternehmen machen Verluste

Denn derzeit leiden beide Unternehmen stark unter dem scharfen Wettbewerb und der Krise in der Luftfahrtbranche. United kürzte seine Kapazität im vergangenen Jahr um sieben Prozent, der kleinere Noch-Konkurrent Continental um fünf Prozent. Und sowohl United als auch Continental Airlines schreiben rote Zahlen: Continental verbuchte letztes Jahr ein Minus von 280 Millionen US-Dollar, bei einem Umsatz von knapp 13 Milliarden Dollar. Bei der United-Muttergesellschaft waren es sogar 650 Millionen bei einem Umsatz von 16 Milliarden Dollar.

United Airlines und Continental arbeiten bereits in der Star Alliance zusammen, in der auch die Lufthansa Mitglied ist. Beide Unternehmen können außerdem auf eine lange gemeinsame Firmengeschichte zurückblicken: Beide haben ihre Wurzeln in Unternehmen des amerikanischen Luftfahrtpioniers Walter Varney in den 20er- und 30er-Jahren. United war bis in die 80er-Jahre hinein ausschließlich in den USA aktiv, bis es die Pazifikrouten der Pan-Am übernahm. Continental bekam 1987 einen Wachstumsschub, als es die Unternehmer Frontier, People Express und New York Air übernahm.

Autor: Jutta Wasserrab (rtrd, ap, dpa)
Redaktion: Henrik Böhme

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