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Wirtschaft

In China fehlen junge Innovatoren

Chinas Wirtschaft ist eines der großen Themen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch statt über den Wachstumsrückgang machen sich einige mehr Sorgen über fehlenden Erfindergeist.

Die schwächelnde chinesische Wirtschaft ist unter den Teilnehmern des World Economic Forum ein Dauerbrenner. Kaum eine Party, kaum ein Essen, bei dem China nicht zur Sprache kommt. Ernsthaft Sorgen machen sich die Meisten allerdings nicht. Besonders Banker sprechen von einer "notwendigen Korrektur" oder einem lösbaren Problem - auch wenn sie die Rohstoffpreise sehr genau beobachten, wie sie sagen.

Offiziell ist auch die Regierung - trotz des chaotischen Auf und Ab an den Finanzmärkten - der festen Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein. "China hat sein Bruttoinlandsprodukt 2015 trotzdem um über 500 Milliarden Dollar gesteigert, das ist vermutlich das stärkste Wachstum weltweit", sagte Chinas Vizepräsident Li Yuanchao beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Weltwirtschaftsforum Davos 2016 - Li Yuanchao, Vize-Präsident China

Chinas Vizepräsident Li Yuanchao

Zwei Drittel des Wachstums verdankt das Land der eigenen Bevölkerung – die fleißig einkauft, soweit sie es sich leisten kann.

"Made in China" hat einen schlechten Ruf


Auf dem internationalen Markt hat China ein Problem, bilanzieren die Teilnehmer eines Panels zur Zukunft chinesischer Produkte. "Made in China" steht für billige Waren, hat aber nicht den besten Ruf. "Chinesische Produkte haben eine Marktlücke geschlossen", sagt Justin Li von der Uni Peking. "Die Menschen haben billige Produkte gebraucht. Doch jetzt müssen wir auch auf Qualität setzen." Mit innovativen Technologie-Projekten will China seinen Ruf aufpolieren und seine eigene Marke stärken. Firmen wie Huawei, Xiaomi und Alibaba, die im Land Arbeitsplätze schaffen, werden gefeiert. Die Zahl dieser starken Marken allerdings hält sich in Grenzen.

China fehlen junge Talente


Das Problem: Dem Land fehlt es an jungen Innovatoren aus dem In- und Ausland. Gesucht werden Unternehmer, die nicht nur bestehende Produkte kopieren, sondern neue entwickeln. Sie sollen China wirtschaftlich voranbringen, hoffen die überwiegend chinesischen Teilnehmer des "Made in China"-Panels. Die Erklärungsversuche, warum es wenige Innovatoren gibt, reichen von zu geringen Verdienstmöglichkeiten über den Mangel starker, international wahrgenommener Marken bis zu Mängeln im eigenen Bildungssystem.

Wirtschaftsprofessorin Amy Wilkinson aus Stanford in den USA sieht noch ein ganz anderes Problem. "Der chinesische Markt ist durchaus interessant für junge ausländische Talente, mit einer Einschränkung: Die Qualität der Luft, des Wassers und der Unterbringung. Junge Menschen verlassen chinesische Städte aus Umwelt- und Gesundheitsgründen. Da ist etwa Nordkalifornien deutlich netter zum Leben und Kinder großziehen."

Lebensqualität als Wirtschaftsfaktor


Veranstaltung The Future of Made in China beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Das Panel "The Future of Made in China" in Davos

Fazit der Diskussion ist eine ganze Liste von Problemen. Neben der Qualität seiner Produkte wird China auch an der "Quality of Life" im Land arbeiten müssen, um wirtschaftlich nach vorne zu kommen. Immerhin bekommen die Teilnehmer einen Vorgeschmack, wie das aussehen könnte. Im Anschluss an das Panel tritt die Oper Pekings auf, und zum Essen wird ein vitamingeladener Früchtemix aus der Industriestadt Tianjin gereicht.

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