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Wissen & Umwelt

In 520 Tagen zum Mars und zurück

rote Weite des Mars (Foto: AP)

Der Simulationsflug zum Mars – in Echtzeit

520 Tage, Kameras, sechs Männer in einem Container, abgeschlossen von der Außenwelt. Nein, es handelt sich nicht um eine neue Art der umstrittenen Fernsehshow "Big Brother", sondern um die nun gestartete Simulation der Marsexpedition in Moskau, der Mars500. Rund 100 Experimente sind geplant, um die Astronauten mit mondernster biomedizinischer Technik zu überwachen. Elf der wissenschaftlichen Versuche wurden in Deutschland geplant. Neben medizinischen Fragestellungen stehen zweifellos die psychologischen Auswirkungen auf der Checkliste. Der private Raum der Freiwilligen aus China, Russland, Frankreich und Italien beschränkt sich auf drei Quadratmeter für jeden.

Der Deutsche Oliver Knickel, der beim ersten Mars-Langzeitexperiment 2009 dabei war, resümiert die soziale Herausforderung so: "Bereits meine 105 Tage lange Isolation mit fünf Kollegen war ein Härtetest in Sachen Toleranz."

Alltagsleben auf dem Roten Planeten

Ausgestattet mit vier Tonnen Lebensmitteln sollen die Probanden völlig autark leben, um die Marsexpedition realitätsgetreu nachzustellen. 250 Tage dauert der simulierte Flug, dann folgt die "Landung auf dem Mars", ein Monat Arbeiten und schließlich der "Rückflug zur Erde" – wenn alles gut geht. Eingreifen wollen die Versuchsleiter erst in äußersten Notsituationen, beispielsweise wenn ein Teilnehmer suizidgefährdet ist.

Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt fibern mit, wie Peter Pre, Leiter der Abteilung "Forschen unter Weltraumbedingungen". Auch wenn er bei seinem Besuch in Moskau ein wenig bedauert, dass dieses Mal kein Deutscher unter den Teilnehmern ist.

Autorin: Insa Pohlenga (dpa/DLR/AFP/ESA)

Redaktion: Judith Hartl