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Wirtschaft

Immobilienmarkt in Deutschland läuft rund

Wohin mit dem Geld in turbulenten Zeiten? Gold galt immer schon als sicherer Anlagehafen. Doch auch in Immobilien wird verstärkt investiert. Die Bausparkassen verzeichnen derzeit Rekord-Sparsummen.

Es ist wohl der Schuldenkrise und den Turbulenzen an den Finanzmärkten zu verdanken, dass eine als etwas altmodisch belächelte Geldanlage wieder im Aufwind ist: das Bausparen. Die privaten Bausparkassen in Deutschland haben im vergangenen Jahr zugelegt und gehen auch für 2012 von einem Plus beim Neugeschäft aus, sagt Andreas Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen.

Bei den Baugenehmigungen hat es nach Angaben Zehnders 2011 einen Zuwachs von 20 Prozent gegeben. Das sei ein deutlicher Beweis dafür, dass die Menschen das Eigenheim als gesicherte Geldanlage betrachten: "Vor allen Dingen auch deshalb, weil sie das Eigenheim als einen Sachwert sehen und auch als Vorsorge für das Alter."

Bausparsumme auf Rekordwert

Im letzten Jahr, so Andreas Zehnder im Gespräch mit der DW, hätten die Privaten Bausparkassen Spargelder in Höhe von 18 Milliarden Euro eingenommen. Das sei ein Rekordergebnis. Damit stünde das Bausparen ganz offensichtlich für Sicherheit und Solidität: "Es zeigt sich auch daran, dass das Bausparvolumen, also die Bausparsumme, im Jahr 2011 um zehn Prozent gewachsen ist, auf 100 Milliarden Euro."

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Immobilie als Kapitalanlage - die Nachfrage ist groß - Bausparkassen verzeichnen Rekord-Spargelder



Immobilien sind derzeit nicht allein zur Eigennutzung, sondern auch als Kapitalanlage sehr begehrt. Die große Nachfrage treibt allerdings auch die Preise und Mieten in Deutschland nach oben. So ist der Süden Deutschlands mittlerweile die teuerste Wohngegend. Die Münchner bezahlen zum Beispiel im Schnitt 13 Euro Kaltmiete für einen Quadratmeter, sagt Christian Schulz-Wulkow, Partner bei Ernst & Young Real Estate. In Frankfurt am Main müssen knapp zwölf Euro locker gemacht werden. Am günstigsten ist das Wohnen in Ostdeutschland: in der Elbestadt Magdeburg und der Messestadt Leipzig kostet die Kaltmiete etwa fünf Euro pro Quadratmeter.

Deutscher Markt trotzt den Turbulenzen

Der deutsche Immobilienmarkt trotzt geradezu den wirtschaftlichen Turbulenzen in Europa. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls das Trendbarometer "Immobilien-Investmentmarkt 2012" von Ernst & Young Real Estate. Etwa 80 Unternehmen und Investoren in Deutschland haben im Rahmen einer Studie an einer Befragung teilgenommen, darunter beispielsweise Banken, Immobilienfonds oder Kapitalanlagegesellschaften. Danach werde Deutschland nach wie vor aufgrund der wirtschaftlichen Stabilität als Immobilien-Investmentstandort geschätzt, sagt Schulz-Wulkow, Mitverfasser der Studie.

Gegenwärtig seien deutsche Immobilien für die befragten Investoren sogar noch attraktiver als vor der Euro-Krise. 99 Prozent der Studienteilnehmer schätzten den deutschen Markt als attraktiv ein: "Besonders deutsche Wohn- und Einzelhandelsimmobilien erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit bei allen Befragten", so Schulz-Wulkow zur DW.

Im europäischen Vergleich an der Spitze

Erstmals wurden von Ernst & Young Real Estate auch Investoren in weiteren elf europäischen Ländern befragt. Insgesamt nahmen rund 540 Unternehmen daran teil. Deutschland, Schweden und die Schweiz sind demnach insbesondere wegen der wirtschaftlichen Stabilität als Immobilienmärkte sehr geschätzt. Auch für ausländische Investoren ist Deutschland seit der Finanzkrise noch attraktiver geworden: "Vor allem die Stabilität des deutschen Marktes und die Wirtschaftschancen werden heraus gestrichen", sagt Schulz-Wulkow. Da es europaweit Inflationssorgen gebe, sei das Interesse an Immobilien groß. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass traditionelle Standorte wie die Niederlande, Frankreich oder Großbritannien etwas an Attraktivität verloren haben.

Die Erwartungen der Investoren für 2012 sind eher moderat: Lediglich in Deutschland, Frankreich und Luxemburg ist jeweils eine Mehrheit der Befragten der Auffassung, dass das Transaktionsvolumen, also der Handel mit Wohn- und Gewerbe-Immobilien, über dem des Vorjahres liegen wird. In Deutschland betrug das Transaktionsvolumen 2011 insgesamt 28 Milliarden Euro.

Autorin: Monika Lohmüller
Redaktion: Henrik Böhme

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