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Aktuell Welt

Immer weniger Menschen können die Milchstraße sehen

Ein ungetrübter Blick auf den Sternenhimmel und die Milchstraße ist in immer weniger Teilen der Erde möglich. Forscher machen dafür die zunehmende Lichtverschmutzung verantwortlich und warnen vor verheerenden Folgen.

Eine tiefschwarze Nacht, keine Wolken am Himmel, nur zahllose leuchtende Sterne, die sogar einen Blick auf die Milchstraße möglich machen: Für immer mehr Menschen sind solche nächtlichen Naturschauspiele nur noch ein Traum. Einem Team internationaler Wissenschaftler zufolge leben über 80 Prozent der Weltbevölkerung unter einem mehr oder weniger lichtverschmutzen Himmel. Das heißt, dass die zunehmende Beleuchtung von Straßen, Plätzen, Häusern oder Denkmälern den Blick auf den Sternenhimmel trübt.

Nur noch wenig richtig dunkle Regionen

In ihrem Atlas der Lichtverschmutzung schreiben die Forscher um den Italiener Fabio Falchi, dass mehr als ein Drittel der Menschen weltweit die Milchstraße von ihrem Wohnort aus nicht mehr sehen können, in Europa sollen es 60 Prozent sein. Vor allem in Westeuropa gibt es nur noch wenige richtig dunkle Regionen. Wer dort die Milchstraße bewundern will, hat in Schottland, Schweden und Norwegen noch die besten Chancen.

Milchstraße

Der ungetrübte Blick auf die Milchstraße wird immer seltener

In Deutschland führen die Gebiete um Dortmund, Düsseldorf und Köln die Liste mit der größten Lichtverschmutzung an. Am wenigsten getrübt ist der Himmel dagegen nordwestlich von Berlin in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Bersorgniserregende Folgen für Pflanzen und Tiere

Der immer seltener werdende Blick auf den klaren Nachthimmel ist aber nicht nur für Sternenliebhaber ein Problem. Der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Christopher Kyba vom Deutschen Geo-Forschungs-Zentrum (GFZ) in Potsdam nennt die Beobachtungen vor allem für die Tier- und Pflanzenwelt besorgniserregend. Neben den nachtaktiven Tieren, die gelernt hätten, sich im Dunkeln zu orientieren, habe die Lichtverschmutzung auch negative Folgen für Pflanzen, die den Wechsel von Tag und Nacht für die Photosynthese benötigten. "Das Kunstlicht kann das Pflanzenwachstum behindern und so die Nahrungsgrundlage für viele Tierarten beeinträchtigen", so Kyba.

Der Großteil der Daten für die aktuelle Untersuchung stammt von einem Nasa-Satelliten, der mit einem eigens dafür gebauten Instrument das ins Weltall strahlende Licht der Städte misst. Nicht berücksichtig wurde in der Studie die Luftverschmutzung aus Industrie und Verkehr, die den Blick auf einen klaren Himmel ebenfalls trüben kann.

rk/mm (dpa)