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Wirtschaft

Immer mehr Zylinder für den Luxus

Mit dem internationalen Automobilsalon in Genf wird die neue Autosaison eröffnet. Alle Hersteller setzen massiv auf die Luxusklasse, die Konjunkturaussichten sind dagegen noch eingetrübt.

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Volks-Wagen als Luxuslimousine

Der Genfer Automobilsalon gibt sich wieder luxuriös: Porsche präsentiert den "Superporsche" und Daimlerchrysler hat die Latte noch um einiges höher gelegt: Die Preisliste für den rund 5,50 Meter langen und über 500 PS starken "Maybach" fängt bei 300.000 Euro an und ist nach oben offen. Angesichts dieser Edel-Limousinen sollte man meinen, dass es der Automobilindustrie blendend geht.

Doch die Stimmung der Branche ist gedrückt. In den letzten Monaten ging der Absatz von Autos zurück. Wegen der schwachen Nachfrage will Volkswagen in verschiedenen europäischen Werken die Produktion während der Osterferien stoppen, andere Unternehmen wollen sogar Stellen streichen. Luxusmodelle auf der einen Seite, Überkapazitäten und Entlassungen auf der anderen scheinen nicht zusammen zu passen.

Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), versucht Klarheit in das Bild zu bringen: "Wir haben in der Tat ein sehr diffuses Bild. Wir haben Unternehmen, die im Premium-Bereich tätig sind und die weiterhin sehr sehr gute Auftragseingänge verzeichnen. Es gibt aber auch andere Unternehmen, die zum Teil nur ein oder zwei gut laufende Modelle haben und die deshalb auch weniger große Zuwächse oder sogar Auftragsrückgänge zu verzeichnen haben."

Uneinheitliche Marktlage

So unterschiedlich die Situation der Hersteller ist, so verschieden sind auch die Märkte, um die gekämpft wird. Während sich die Nachfrage in Deutschland und den USA im vergangenen Jahr abschwächte, standen die Zeichen in einigen europäischen Ländern Gottschalk zufolge auf Wachstum: "Italien, Frankreich und Spanien wachsen, Großbritannien verzeichnet sogar zweistellige Zuwachsraten.“ Für die schwache Nachfrage auf dem deutschen Markt macht Gottschalk die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Insbesondere die Ökosteuer und die dadurch gestiegenen Benzinpreise haben seiner Meinung nach die Kauflust gedämpft.

Wie kaum eine andere Branche ist die Automobilindustrie weltweit tätig. Ein auch für deutsche Autobauer zunehmend wichtiger Produktionsstandort ist Thailand, dass in der Branche schon als das Detroit Südostasiens gilt. "Thailand ist in der Zwischenzeit eine große Drehscheibe insbesondere für deutsche Fabrikate geworden, ein guter Standort, um von dort aus auch sehr erfolgreich in andere wachsende asiatische Märkte zu exportieren", stellt Gottschalk fest und ist überzeugt davon, dass sich Produktionsstandorte wie die in Thailand nicht negativ auf die deutsche Produktion auswirken. "Einigermaßen stabil" werde die Beschäftigung in Deutschland in diesem Jahr sein, erwartet er.

Schlechte Aussichten für Lastfahrzeuge

Sorgenkinder der Industrie sind derzeit die Nutzfahrzeuge. Für schwere Lastwagen werde der Markt stark schrumpfen, erwartet der VDA-Präsident. Selbst ein Rückgang im zweistelligen Prozentbereich sei nicht auszuschließen, und das werde sich wohl auch auf die Arbeitsplätze auswirken. Denn LKWs sind Investitionsgüter, und wenn es Branchen wie dem Maschinenbau, der Bauindustrie und dem Transportgewerbe nicht gut geht, schlägt sich das sofort in den Orderbüchern der Hersteller von Nutzfahrzeugen nieder. So hofft auch die gesamte Autobranche wie viele andere Industriezweige, dass die Konjuktur in der zweiten Jahreshälfte wieder anzieht.

  • Datum 05.03.2003
  • Autorin/Autor Andreas Becker/dk
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1xwS
  • Datum 05.03.2003
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