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Politik

Immer mehr zivile Opfer im Jemen

11. Mai 2018

Die Vereinten Nationen sehen Luftangriffe auf dicht bevölkerte Gegenden als Hauptgrund für die steigende Zahl getöteter Zivilisten. Vermutlich werde in dem Bürgerkrieg gegen humanitäres Völkerrecht verstoßen, so die UN.

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Nach Luftangriff auf Sanaa
Mit Luftangriffen geht eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz gegen Huthi-Rebellen vorBild: picture-alliance/dpa/H. Al-Ansi

Für Zivilisten war der April in diesem Jahr bisher der tödlichste Monat im Jemen. 236 Frauen, Männer und Kinder starben bei Luftangriffen, Kämpfen oder Anschlägen, wie das UN-Menschenrechtsbüro in Genf mitteilte. Etwa gleich viele wurden verletzt.

Man sei sehr beunruhigt über den starken Anstieg ziviler Opfer, sagte eine UN-Sprecherin. Besonders Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete, wie zuletzt auf den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Sanaa Anfang der Woche, seien zu verurteilen. Vermutlich sei dabei gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen worden, das Kriegsparteien verpflichtet, Zivilisten besonders zu schützen.

Jemen Luftangriffr auf Sanaa
Weite Teile der Infrastruktur wurden in dem Bürgerkrieg zerstört wie hier dieses Elektrizitätswerk in SanaaBild: picture-alliance/dpa/Photoshot/M. Mohammed

In dem Land auf der arabischen Halbinsel kämpft eine von Saudi-Arabien geführte Koalition mit Luftangriffen gegen einen Aufstand der schiitischen Huthi-Rebellen. Große Teile der Infrastruktur wurden zerstört. Huthi-Milizen haben unter anderem Sanaa und große Teile des Nordjemens eingenommen. Doch auch Huthi-Rebellen verstießen gegen das Völkerrecht, meinte die Sprecherin. So seien bei einem willkürlichen Granatenbeschuss Anfang Mai mindestens fünf Zivilisten getötet worden.

Mutmaßliche Unterstützung aus dem Iran

Saudi-Arabien wirft den Aufständischen vor, vom Iran unterstützt zu werden. Das sunnitsche Saudi-Arabien ist ein Erzfeind der schiitischen Regionalmacht. Alle Bemühungen um eine Verhandlungslösung in dem Konflikt scheiterten bisher. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Lage bei einer Geberkonferenz im April als "weltweit schlimmste humanitäre Krise". Insgesamt wurden seit Beginn des Bürgerkriegs im März 2015 rund 6400 Zivilisten getötet.

uh/qu (dpa, epd)