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Aktuell Asien

Immer mehr Tote nach Erdrutsch in Myanmar

Sie suchen im Schutt der Jademinen nach Resten der wertvollen Edelsteine - ungeachtet der Gefahren, die ihnen von den lose aufgeschütteten Halden drohen. Das wurde mehr als 90 Menschen in Myanmar zum Verhängnis.

Das Unglück ereignete sich bereits am Samstag in der Nähe von Gold- und Jade-Bergwerken in der abgelegenen Kachin-Region. Wie der Dorfvorsteher im Unglücksort Hpakant, Tint Swqe Myint, der Deutschen Presse-Agentur sagte, hat Regenwasser einen etwa 300 Meter hohen Abraumhügel ins Rutschen gebracht. Mindestens 50 Hütten wurden fortgerissen.

Schlechtes Wetter erschwert die Bergungsarbeiten

"Wir mehr als 90 Leichen geborgen, am Sonntagmorgen weitere elf", sagte der Dorfvorsteher weiter. Ein anderer Vertreter der Lokalbehörde Hpakant berichtete: "Wir sehen nur Tote und keiner weiß genau, wie viele Menschen dort gelebt haben". Bislang sei nur ein Opfer lebend geborgen worden, das kurz darauf jedoch auch gestorben sei. Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der Armee, der Polizei und der Gemeinde suchen weiterhin nach etwa hundert Vermissten. Die Bergungsarbeiten werden jedoch durch die schlechten Wetterverhältnisse in der Region behindert.

Myanmar, Hpakant: Männer suchen im Schutz der Nacht auf einer Abraumhalde nach Jadesteinen (Foto: AP Photo/Hkun Lat)

Die illegalen Arbeiter nutzen den Schutz der Dunkelheit, um auf den Abraumhalden zu graben

Nicht das erste Unglück dieser Art

Solche Unglücke sind in der vom Bürgerkrieg betroffenen Region im Norden keine Seltenheit. Auslöser und Opfer sind meistens Menschen, die im Schutz der Dunkelheit nach Jadestücken in den nur lose aufgeschütteten Abraumbergen suchen. Im März waren in der Region mindestens zwölf Menschen bei einem ähnlichen Unglück ums Leben gekommen.

Jade zählt zu Myanmars wertvollsten Bodenschätzen. Für 2014 wurde die Fördermenge des dunkelgrünen Edelsteins in einem jüngst veröffentlichten Report der NGO Global Witness auf 31 Milliarden Dollar (knapp 29 Milliarden Euro) geschätzt. Dies entspräche beinahe der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts. Jedoch werde nur ein Zehntel der jährlichen Jadeproduktion offiziell verkauft, der Rest gelange als Schmuggelware nach China.

ww/rb (AFP, dpa, epd)