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Kultur

Immer mehr Tote auf den Philippinen

Auf den Philippinen werden nach den heftigen Erdrutschen infolge sintflutartigen Regens weitere Leichen geborgen. Sturm, Regen und Schlamm auf den Straßen behindern die Retter bei ihrer Suche nach Überlebenden.

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Überlebende des Unglücks suchen ihre Angehörigen

Die Erdrutsche trafen in der Nacht zum Samstag (20.12.2003) zwei verschiedene Gebiete auf der Insel Leyte und zerstörten Brücken, Straßen, Häuser und ganze Dörfer. "Das ist die schlimmste Erfahrung, die wir seit Jahren machen", sagte die Gouverneurin von Leyte, Rosete Lerias, am Sonntag.

Schätzungen zufolge starben bei dem Unglück bis zu 200 Menschen. Bis zum Sonntag bargen Helfer 83 Leichen, 123 Menschen galten zunächst noch als vermisst, teilte der Katastrophenschutz mit. Alleine in der besonders schwer betroffenen Provinz Leyte seien mindestens 61 Menschen durch Schlammmassen getötet worden.

Hilferuf

Das Unglück ereignete sich gegen Mitternacht in den Orten Liloan und Maasin, mehr als 540 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Die Menschen seien im Schlaf überrascht worden. Alleine in Maasin seien 300 Familien betroffen. Die Stromversorgung wurde unterbrochen. Die Regierung in Manila wurde um Hilfe gebeten. Es würden Medizin, Nahrungsmittel und Kleidung benötigt.

In vier südlichen Provinzen kamen außerdem nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen bei Erdrutschen oder durch Überschwemmungen ums Leben. Als vermisst galten neun Einwohner. Auch dort fiel der Strom aus, zahlreiche Straßen, Häuser und Brücken wurden zerstört.

Nach Angaben des philippinischen Katastrophenschutzes flüchteten sich fast 8000 Menschen vor den Fluten und Erdrutschen in Notquartiere. Insgesamt seien rund 100.000 Menschen von den Folgen der Unwetter betroffen.

Schwierige Rettung

Philippinen Erdrutsch Unwetter Leyte

Retter bei der Arbeit

Anhaltender Regen behinderte die Rettungsarbeiten. Der Einsatz von Hubschraubern oder Booten war wegen des schlechten Wetters unmöglich. Viele Straßen zu den betroffenen Gegenden sind durch Erdrutsche versperrt und deshalb nicht mit Fahrzeugen erreichbar.

Die US-Armee werde zur Unterstützung der philippinischen Hubschrauber und Schiffe Chinook-Helikopter von ihrer Militärbasis im japanischen Okinawa entsenden. Das kündigte die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo nach einer Krisensitzung ihrer Regierung an. Die großen Transporthubschrauber sind anders als die Helikopter der Philippinen bei jedem Wetter einsatzfähig.

Illegale Waldrodung

Auf den Philippinen kommt es immer wieder zu großen Erdrutschen. 1991 starben bei einem solchen Unglück etwa 5000 Menschen. Damals wie heute wurden illegale Waldrodungen dafür verantwortlich gemacht. (mas)