1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Immer mehr Syrer flüchten in die Türkei

Die Aussicht auf eine Waffenruhe überzeugt viele Syrer nicht. Zu Tausenden fliehen sie angesichts der anhaltenden Gewalt über die Grenze zur Türkei. Und der Strom der Flüchtlinge schwillt an.

Syrische Flüchtlinge in einem großen Lager in der türkischen Provinz Hatay (Foto: Reuters)

Syrien Türkei Flüchtlinge Flüchtlingslager Reyhanli Hatay

Ein türkischer Regierungsvertreter sagte, allein am Donnerstag seien 2800 Menschen aus dem Nachbarland angekommen. Das waren doppelt so viele wie die bisherige Höchstzahl an einem Tag. Die Syrer überquerten die Grenze bei dem Dorf Bükülmez. Viele Menschen warteten noch in der syrischen Region Idlib darauf, sich in Sicherheit zu bringen. Inzwischen befinden sich etwa 24.000 Flüchtlinge in der Türkei.

Einer der Flüchtlinge berichtete, das syrische Militär habe die Angriffe auf die 20.000 Einwohner zählende Stadt Kastanas verstärkt. "Die Armee zerstört die Häuser und beschießt sie, bis sie in Schutt und Asche liegen", sagte der Mann. Er berichtete von etwa 200 Todesopfern. Das türkische Außenministerium ergänzte, die syrische Armee setze an der Grenze auch Hubschrauber ein.

Sicherheitsrat mahnt Assad

Wegen der fortwährenden Kämpfe in Syrien hat der UN-Sicherheitsrat die Führung in Damaskus zur Einhaltung der Frist für eine Waffenruhe ermahnt. Am Donnerstag forderte das Gremium in einer Erklärung Damaskus "dringend" auf, bis Dienstag die Truppen aus den Protesthochburgen abzuziehen. Der internationale Sondergesandte für Syrien, Kofi Annan, sprach von "alarmierenden" Opferzahlen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Kämpfe in den von Zivilisten bewohnten Gebieten nachließen.

Video ansehen 01:26

Syrien: Eskalation vor Waffenruhe

Die syrische Führung hatte nach Angaben Annans am Sonntag einer Waffenruhe ab dem 10. April zugestimmt. Zudem habe die Regierung zugesagt, bis dahin alle Truppen aus den umkämpften Städten abzuziehen. In der Erklärung forderten die 15 Sicherheitsratsmitglieder Damaskus auf, zu seinen Verpflichtungen zu stehen. Außerdem verlangte das Gremium von allen Konfliktparteien, ausdrücklich auch von der Opposition, jede Form der Gewalt binnen 48 Stunden nach der vollständigen Umsetzung der Waffenruhe durch die syrische Führung zu stoppen.

Blutige Gefechte halten an

In drei Vororten der syrischen Hauptstadt Damaskus brachen nach Angaben von Oppositionellen am Freitag neue Kämpfe zwischen Armee und Rebellen aus. In der Nacht sei es in den Vororten Sakba und Arbeen zu Gefechten gekommen, am Tag habe die Armee erneut Sakba sowie den Vorort Duma angegriffen, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien drei Soldaten getötet worden.

Weitere Gefechte werden aus den Protesthochburgen Daraa, Idlib und Homs gemeldet. Am Donnerstag wurden laut Opposition bei den Kämpfen landesweit 69 Menschen getötet. Die Opposition wirft dem Regime vor, es versuche noch vor dem geplanten Waffenstillstand so viel Boden wie möglich gut zu machen.

kle/pg (rtr, dapd, afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema