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Aktuell Asien

Immer mehr getötete Kinder in Afghanistan

Den Kämpfen in Afghanistan fallen vermehrt Kinder zum Opfer. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 161 Kinder getötet worden, teilte die dortige UN-Mission mit. Sie sieht dafür eine klare Ursache.

Die Zahl der toten und verletzten Zivilisten in Afghanistan hat einen neuen Höchststand erreicht. Unter den Opfern sind besonders viele Kinder und Frauen, gaben die Vereinten Nationen in Afghanistan bekannt. In den ersten drei Monaten des Jahres registrierten die UN 1943 Opfer. Das sei ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber 2015. Unter den Opfern seien 600 Tote und 1343 Verletzte. Bei den Kindern stieg die Zahl der Opfer um 29 Prozent, bei Frauen um fünf Prozent. "Damit sind fast ein Drittel aller Opfer Kinder", sagte die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN in Afghanistan, Danielle Bell.

Grund für den Anstieg der Opferzahlen sei vor allem das Bemühen der radikalislamischen Taliban, ihren Kampf verstärkt in städtische Gebiete zu tragen. Bell berichtete von Kämpfen in der Nähe von Schulen, Spielplätzen, Wohnungen und Kliniken. Die Konfliktparteien setzten in solchen Gebieten scharfe Waffen und Sprengstoffe ein. Gerade bei Kämpfen in dicht besiedelten Gebieten seien Frauen und Kinder besonders gefährdet. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, "dann wird die erschreckende Zahl getöteter oder versehrter Kinder weiter steigen", warnte die Menschenrechtsbeauftragte.

Bell benennt Verantwortliche

Bell macht die Taliban und andere Rebellengruppen für mindestens 60 Prozent der Opfer verantwortlich. Mindestens 19 Prozent der Opfer gehen dem UN-Bericht zufolge auf das Konto von Regierungskräften. Viele Fälle konnten aber nicht zugeordnet werden. Die Taliban hatten vor wenigen Tagen den Beginn ihrer jährlichen so genannten Frühjahrsoffensive verkündet. Die Aufständischen haben frühere Anschuldigungen bestritten, Zivilisten ins Visier zu nehmen oder diese in Gefahr zu bringen.

Die Vereinten Nationen riefen die Konfliktparteien auf, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen. "Selbst wenn ein Konflikt sich ausweitet, muss es nicht mehr zivile Opfer geben", sagte der UN-Spezialgesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom. "Wenn humanitäre Verpflichtungen nicht geachtet werden, führt das zu mehr Leid für eine Nation, die genug gelitten hat."

kle/qu (afp, dpa, rtre, ape)