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Afghanistan

Immer mehr Binnenflüchtlinge in Afghanistan

Jahrzehnte des Krieges haben große Teile der afghanischen Bevölkerung zu Flüchtlingen gemacht. Viele versuchen ihr Glück in Europa, aber auch innerhalb der Landesgrenzen sind Tausende auf der Flucht.

In Afghanistan sind seit Jahresbeginn knapp 150.000 Menschen vor Gefechten zwischen radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräften aus ihren Heimatorten geflohen. Das geht aus einem Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. UN-Quellen sprechen von Binnenfluchtbewegungen in 31 der 34 Provinzen.

Weitere noch nicht überprüfte Vertreibungen solle es in besonders großem Maße in der nordafghanischen Provinz Kundus gegeben haben, heißt es in dem Bericht weiter. Dort wurden demnach nach schweren Kämpfen allein in der vergangenen Woche mindestens 14.000 weitere Menschen heimatlos. In Kundus war bis 2013 noch die Bundeswehr stationiert.

Die meisten Menschen werden aus der Provinz Kundus vertrieben

Die vollständige Eroberung der Provinz ist ein Hauptziel der Taliban. Sie kontrollieren schon weite Teile der neun Bezirke. Im früher als eher ruhig geltenden Norden würden mittlerweile 43 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert, melden die UN. Aus dem schwer umkämpften Süden kommen 25 Prozent aller Binnenflüchtlinge. Im vergangenen Jahr waren mehr als 660 000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. Für 2017 hatten die UN zu Jahresbeginn noch mindestens 450 000 weitere Zwangsvertriebene erwartet.

as/ml (dpa)