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Politik

Im Würgegriff des Terrors

Nach dem 11. September 2001 schlossen die USA eine weltweite Allianz zum Kampf gegen Terror. Besiegt ist er nicht: Die Terroristen schlagen zurück. Wie am Dienstag (5.8.) in Indonesien. Auch die Angst ist immer noch da.

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Horrorszenario: Terror "vor der eigenen Haustür"

Die Kampfansage von Indonesiens Präsidentin Megawati Sukarnoputri an den organisierten Terror im Lande war erst ein paar Tage alt. "Von der Wurzel an" müssten die tödlichen Netzwerke ausgerottet werden, hatte sie in ihrer Rede zur Lage der Nation vergangenen Freitag (1.8.2003) verkündet. Vier Tage später kamen bei mehreren Bombenexplosionen im Mariott-Hotel der indonesischen Hauptstadt mehr als zehn Menschen ums Leben, weit mehr als 100 wurden zum Teil schwer verletzt.

Nachdem Jakarta lange bezweifelt hatte, dass das Land der 18.000 Inseln militante Islamisten beherbergt, reihte es sich nach dem Anschlag auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 in die globale Anti-Terror-Front ein. Auch für den jüngsten Anschlag hat die radikalislamische Organisation Jemaah Islamyia (JI) einem Zeitungsbericht zufolge die Verantwortung übernommen. Die Explosion sei eine "blutige Warnung´" an Präsidentin Megawati Sukarnoputri, ihren Kampf gegen Islamisten nicht auszuweiten, zitierte die "Straits Times" (6.8.2003) einen der JI-Führer.

Bumerang-Effekt nach dem Irakkrieg?

Ein jüngst vom britischen parlamentarischen Ausschuss für auswärtige Beziehungen veröffentlichter Bericht warnt vor einem Bumerang-Effekt in Sachen Terrorbekämpfung. Der Krieg gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein habe das Risiko terroristischer Anschläge gegen britische Einrichtungen eher noch verstärkt als entkräftet. So profitiere nach Meinung des Ausschusses, der aus Parlamentariern aller Fraktionen zusammengesetzt ist, das El-Kaida-Netzwerk aus der instabilen Lage im Irak und in Afghanistan. Denn auch wenn dem entmachteten Saddam-Regime keine Verbindungen mit El Kaida nachzuweisen gewesen sei, heute biete es sich als Zweckbündnis an.

Terroristische Gruppierungen erhielten in regen Zulauf, so der Tenor des Reports weiter. Denn: Die islamische Welt glaube, sie werde belagert. Der Irak sei dabei für die meisten Araber das beste Beispiel. Man habe zwar die Welt von Saddam Hussein befreit, damit sei sie aber nicht sicherer geworden. Vielmehr spekuliert der Ausschuss, dass ein langjähriger Guerillakampf im Irak stattfinden werde und die Auswirkungen dessen auch in Großbritannien und in den USA zu spüren sein werden.

Amerikaner verschärfen Einreisekontrollen

Die Antwort der Amerikaner auf die Bedrohung lautet: Schotten dicht, damit potenzielle Bösewichte gar nicht erst ins Land kommen. Nach Angaben des US-Außenministeriums planten Mitglieder von El Kaida und anderen Terrororganisationen, mittels der visafreien Umsteigemöglichkeit auf

Verstärkte Sicherheitskontrollen an amerikanischen Flughäfen

Verstärkte Sicherheitskontrollen an amerikanischen Flughäfen

internationalen Flügen an Bord von Maschinen mit Ziel USA zu gelangen. Eine Außenamtssprecherin erklärte, es gebe eindeutige Hinweise, dass Terroristen die bisher gültigen Bestimmungen als Mittel erkannt hätten, sich Zugang zu Flugzeugen in die USA zu verschaffen. Allerdings müssten die Informationen der Geheimdienste noch näher überprüft werden.

Seit Samstag (2.8.2003) benötigen vor allem Passagiere aus Brasilien, Mexiko, Peru, Südkorea und den Philippinen ein Visum, wenn sie vom Ausland über die USA in ein Drittland fliegen wollen. Die neuen Bestimmungen sollen für mindestens 60 Tage gelten. Nicht betroffen sind Passagiere aus Europa. Die Maßnahmen seien zwar einschneidend, aber der Bedrohung angemessen, hieß es aus dem Außenministerium.

Auch US-Justizminister John Ashcroft sieht eine "reale Gefahr" neuer Terroranschläge des El-Kaida-Netzwerkes von Osama bin Laden. Das jüngste Tonband, das dem Bin-Laden-Stellvertreter Eiman el Sawahiri zugeschrieben werde, sei ein Zeichen für die andauernde Bedrohung, sagte Ashcroft in mehreren Fernseh-Talkshows. Er könne zwar noch nicht sagen, ob das Band mit neuen Drohungen gegen die USA echt sei. Aber falls ja, zeige es einmal mehr, dass die El Kaida bereit und willens sei, die USA erneut zu attackieren. "Ich glaube, sie wollen uns treffen, wann und wo immer sie können", erklärte Ashcroft.

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