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Kultur

Im Visier von Mydoom

Unbeliebt gemacht hat sich die Softwareschmiede SCO in der Linux-Szene. Der Rechtsstreit um das freie Betriebssystem hat nun zu einer Rache ganz besonderer Art geführt: Der Computerwurm Mydoom kursiert weltweit.

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You have Mail: Für die Firma SCO derzeit keine frohe Botschaft

Verteilt über Rechner weltweit, hat der Computerwurm Mydoom am Sonntag (1.2.2004) die Website des US-Softwareunternehmens SCO (www.sco.com) außer Gefecht gesetzt. Die Großattacke mit Millionen sinnloser E-Mails an SCO-Server habe gegen 06.00 Uhr MEZ am Sonntag begonnen, teilte das Unternehmen mit.

Die Attacke läuft nach Plan

Mittlerweile dürfte der Computer mehr als eine Million Computer befallen haben, schätzte die finnische IT-Sicherheitsfirma F-Secure. Experten bezifferten den drohenden Schaden am Wochenende auf mehr als 30 Milliarden Euro, vor allem verursacht durch den zeitweiligen Ausfall von Rechnern. Kein anderes Sabotage-Programm habe je höhere Kosten verursacht.

Mydoom ist so programmiert, dass er sich auf Rechnern einnistet und über Microsofts Mailsoftware Massenanfragen und Mails an eine Zieladresse richtet. Die bislang unbekannten Urheber des Virus haben Mydoom so programmiert, dass es von den gestörten Computern tagelang E-mails an SCO schickt. Der Wurm sollte dabei wohl ausnutzen, dass arglose Internet-Nutzer den freien Sonntag zum Surfen im Netz nutzen.

Die zweite Großattacke fand am Montag statt, als weltweit Arbeitnehmer in ihren Büros die Computer in Betrieb genommen haben. Ohne es zu bemerken, starteten sie damit eine erneute Mail-Welle.

Bisher ungekannte Schadenshöhe

Die kalifornische Firma Computer Economics teilte mit, Mydoom sei schlimmer als der Computerwurm Sobig.F, der im vergangenen Jahr Millionen Computer befallen hatte. Nach Angaben von F-Secure trägt das Virus-Programm einen Absender, der unter dem Namen "Andy" firmiert. Angehängt sei die Botschaft: "Ich mache nur meine Arbeit, es ist nicht persönlich gemeint, Entschuldigung."

Hintergrund: Krieg um Linux

SCO und Microsoft haben auf Hinweise zur Entdeckung des Täters insgesamt 500.000 Dollar Belohnung ausgesetzt. SCO befindet sich wegen umstrittener Lizenzgeschäfte mit zahlreichen Anbietern des alternativen Betriebssystems Linux in Rechtsstreitigkeiten. Diese weisen die SCO-Forderungen zurück. SCO war einst selbst ein wichtiger Anbieter von Unix-Betriebssystemen, wurde dann aber durch den Erfolg von Microsoft Windows und Linux immer bedeutungsloser. Kritiker mutmaßen darum, das SCO mit der Prozesswelle Kasse machen wolle. Kritiker werfen SCO gar vor, den Interessen des Branchenriesen Microsoft zu dienen, dem Linux ein Dorn im Auge ist. (dk)

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