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Aktuell Afrika

Im Sudan soll wieder Öl fließen

Es waren schwere Verhandlungen, doch jetzt gab es einen Durchbruch: Die verfeindeten Nachbarn Sudan und Südsudan haben sich darauf verständigt, die Ölproduktion wieder aufzunehmen. Wird der Kollaps nun abgewendet?

Noch in diesem Monat soll wieder Öl aus dem Süden durch die Leitungen im Norden fließen. Die Erdölproduktion solle wieder aufgenommen werden, "sobald es technisch möglich" sei, jedoch spätestens innerhalb von 14 Tagen, hieß es in einem am frühen Morgen in Addis Abeba veröffentlichten Dokument. Die Präsidenten von Sudan und Südsudan hatten bereits im vergangenen September ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, jedoch gab es bisher keinen Zeitplan für die Umsetzung.

Der Südsudan hatte im Januar 2012 die Erdölproduktion eingestellt, weil das Land sich mit seinem nördlichen Nachbarn nicht über die Transitgebühren verständigen konnte. Die meisten Ölreserven liegen im Süden, der Transport läuft aber über Leitungen im Norden.

#video#Auch in dieser Woche gestalteten sich die Verhandlungen zunächst schwierig. Der Durchbruch wurde erst in der späten Nacht erzielt. Andere strittige Fragen, wie etwa die nach der künftigen Zugehörigkeit der umstrittenen Grenzregion Abyei und der genauen Grenzmarkierung blieben aber weiter offen. Die Gespräche hierzu sollen weitergehen, jedoch gab es einmal mehr keinen Zeitplan.

Immer wieder Streitigkeiten

Seit der Südsudan im Juli 2011 vom Sudan unabhängig wurde, hat es in der Grenzregion immer wieder blutige Auseinandersetzungen gegeben. Die Beziehungen zwischen Khartum im Norden und Juba im Süden sind extrem angespannt. Ende vergangener Woche hatten beide Seiten beschlossen, bis spätestens 4. April eine entmilitarisierte Pufferzone entlang ihrer gemeinsamen Grenze einzurichten. Der Befehl zum Truppenabzug erfolgte am Sonntag. Die Pufferzone, die auf beiden Seiten zehn Kilometer umfassen soll, ist eine wichtige Voraussetzung für den Ölfluss.

Beide Staaten sind wirtschaftlich vom Erdölexport abhängig. Im Norden führte das vorläufige Ende der Ausfuhren bereits zu einer schweren Wirtschaftskrise, die im Laufe der vergangenen Monate immer wieder Proteste nach sich zog. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnete 2012 mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um elf Prozent. Auch im Süden verschärfte der Ausfall der Erdöleinnahmen die Krise. Die Weltbank hatte sogar einen Staatsbankrott befürchtet.

ml/det (dpa, epd)