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Aktuell Afrika

Im Südsudan droht eine Hungersnot

UNICEF warnt vor einer dramatischen Hungersnot im Südsudan. Bis zu 50.000 Kleinkinder seien vom Tode bedroht, sollte die Hilfe für die Menschen in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land nicht aufgestockt werden.

Seit Monaten bekämpfen sich im Südsudan Anhänger von Präsident Salva Kiir und dessen Rivalen Riek Machar, die beide unterschiedliche Bevölkerungsgruppen repräsentieren. Unter dem Konflikt leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Tausende wurden getötet, mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht. Die Versorgung der Bevölkerung wird zunehmend schwieriger. Deshalb haben bereits mehrere Hilfsorganisationen Alarm geschlagen.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) warnte jetzt nachdrücklich vor der Gefahr einer Hungersnot, der vor allem Kinder zum Opfer zu fallen drohen. "Bis zu 50.000 Kinder unter fünf Jahren werden wahrscheinlich sterben, wenn die Behandlung nicht umgehend aufgestockt wird", erklärte UNICEF in New York. Insgesamt sei die Ernährung von 3,7 Millionen Menschen nicht gesichert. Viele Südsudanesen würden bereits jetzt Gräser und Knollen essen - wie in Zeiten einer Hungersnot.

Kinderhilfswerk warnt vor weiterer Zuspitzung der Lage

UNICEF befürchtet, dass es für die Südsudanesen noch schlimmer kommen könnte. "Wenn der Konflikt fortdauert und die Bauern nicht säen können, werden wir ein noch nie dagewesenes Ausmaß an Unterernährung von Kindern sehen", warnte der Südsudan-Beauftragte von UNICEF, Jonathan Veitch.

Um die drohende Hungersnot in dem ostafrikanischen Land zu bekämpfen, benötigt das Kinderhilfswerk nach eigenen Angaben 38 Millionen Dollar (27,4 Millionen Euro). Bislang seien nur 4,6 Millionen Dollar an Hilfsgeldern eingegangen.

Seit Beginn der Kämpfe vor mehr als drei Monaten hat sich die ohnehin schwierige Ernährungslage im Südsudan bedrohlich zugespitzt - auch, weil Lager des Welternährungsprogramms (WFP) geplündert wurden.

Ärzte ohne Grenzen kritisieren UN

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) übte in dieser Woche scharfe Kritik am "beschämenden Verhalten" der Vereinten Nationen. "In einer schockierenden Zurschaustellung von Gleichgültigkeit haben leitende Vertreter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) sich geweigert, die Lebensbedingungen von 21.000 Vertriebenen zu verbessern", erklärte MSF.

Die Organisation prangerte vor allem die Lage in einem Flüchtlingslager innerhalb eines UN-Stützpunktes in der Hauptstadt Juba an. Die Zivilisten seien dort in einem für Überschwemmungen anfälligen Teil des Geländes untergebracht und damit vestärkt der Gefahr von Krankheiten ausgesetzt. UNMISS versicherte, sie täten ihr Bestes und seien sich der Probleme für die Flüchtlinge in den Lagern bewusst.

EKD mahnt mehr internationale Hilfe an

Angesichts der desolaten Lage ruft auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zu mehr internationaler Hilfe für den Südsudan auf, der sich erst 2011 vom Sudan abgespalten hat.

Das ostafrikanische Land "droht im Chaos zu versinken", erklärte der Beauftragte des Rates der EKD für den Sudan und Südsudan, Volker Faigle, in Hannover. Die Situation verschlechtere sich von Tag zu Tag.

Furcht vor drohendem Völkermord

Kirchenführer aller Konfessionen im Südsudan warnen vor einem drohendem Völkermord in dem Land. Sie riefen die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf. Zugleich forderten sie die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf Regierung und Rebellen zu erhöhen. Es müsse einen nationalen Dialog unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft geben.

"Um die ethnischen und regionalen Unterschiede im Land zu berücksichtigen, sollte ein föderales Regierungssystem geprüft werden", heißt es in einer am Samstag verbreiteten, gemeinsamen Erklärung. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören der Vorsitzende sowie der Generalsekretär des Südsudanesischen Kirchenrates, der katholische Erzbischof in der südsudanesischen Hauptstadt Juba sowie Bischöfe episkopaler, pentekostaler und presbyterianischer Kirchen im Land.

kis/uh (dpa, epd, afp)

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