1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Im Porträt: Dieter Zetsche

Personalwechsel bei DaimlerChrysler: Jürgen Schrempp geht, Dieter Zetsche folgt. Wer ist der Topmanager, über den man sagt, er habe den Kopf von Schrempp in Detroit gerettet?

default

Dieter Zetsche

"Ich will nur eine herausfordernde und spannende Aufgabe", hatte Dieter Zetsche stets tiefgestapelt. Die Basis für seinen Aufstieg legte er mit der erfolgreichen Sanierung von Chrysler. Wann immer über einen möglichen Nachfolger von DaimlerChrysler-Konzernchef Jürgen Schrempp gesprochen wurde, fiel der Name Zetsche.

Den Kopf von Schrempp gerettet

Der 52 Jahre alte Manager mit dem buschigen Schnauzbart hat eine lange Karriere im Konzern hinter sich. Vor allem hat er seit November 2000 die heftig schlingernde Chrysler Group auf Kurs gebracht und damit den Kopf von Schrempp gerettet. Denn dessen Vision des globalen Autokonzerns drohte schon früh zu scheitern, als sich Chrysler als Sanierungsfall entpuppte, der Milliarden kostete. Bei seinem Amtsantritt vor den Toren Detroits im November 2000 musste er noch mit Vorbehalten gegenüber seiner Person kämpfen. Er werde Chrysler "germanisieren", fürchteten die Amerikaner, als er den glücklosen Jim Holden ersetzte.

Das Unerwartete geschafft

Sie wurden als Feuerwehr geschickt: Zetsche und sein Vize Wolfgang Bernhard mussten einen harten Kurs fahren: Rund 26.000 Jobs wurden gekappt und mehrere Fabriken geschlossen. Während Bernhard, der nach heftigem Streit den Konzern verließ und heute VW sanieren soll, sich um Produktion und Qualität kümmerte, schaffte Zetsche mit erfolgreicher Diplomatie das Unerwartete: Die anfangs misstrauisch beäugten Deutschen wurden in der US-Metropole Detroit bald anerkannt und später als Retter von Chrysler gefeiert. "Trotz seiner freundlichen Art ist Zetsche einer der härtesten Manager, die ich kenne", beschrieb ihn ein Konzernkenner bei seinem Start am Firmensitz Auburn Hills.

Auftritte mit Kultcharakter

Zetsche erwies sich dabei als großer Kommunikator, dessen Auftritte bei der Detroit Autoshow fast schon Kultcharakter hatten. Außerdem gelang es ihm in der zweiten Phase der Sanierung, unter behutsamen Einsatz von Mercedes-Technologie neue Produkte entwickeln zu lassen. Diese halfen mit, Chrysler trotz der immer heftiger tobenden Rabattschlachten offenbar nachhaltig in die Gewinnzone zu führen.

Am 5. Mai 1953 wurde Zetsche in Istanbul geboren, ging in Frankfurt zur Schule und kam als Diplomingenieur 1976 zur damaligen Daimler-Benz AG. Seine internationale Erfahrung und zahlreiche Stationen in den verschiedensten Bereichen des Konzerns weisen ihn nach Einschätzung von Branchenkennern als einen exzellenten Kenner des Autogeschäfts aus. (kap)

Die Redaktion empfiehlt