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Polizei

Im Mordfall Bögerl festgenommener Mann wieder frei

Der Mordfall Bögerl bleibt weiter ungeklärt. Ein festgenommener Verdächtiger wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein DNA-Abgleich mit Spuren vom Tatort war negativ. Die Bankiersfrau wurde 2010 ermordet.

Der im Mordfall Maria Bögerl festgenommene Mann ist wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, sagte Staatsanwalt Armin Burger in Ellwangen. Das Ermittlungverfahren sei allerdings damit nicht abgeschlossen, sagte Burger. Es gebe weitere Entwicklungen im Umfeld des Mannes. 

Zuvor hatte eine DNA-Probe bei dem Festgenommenen keine Übereinstimmung mit seinerzeit am Tatort gesicherten Erbsubstanzspuren ergeben. Allerdings konnten die Ermittler nicht einfach darüber hinwegsehen, dass sich der Mann selbst der Mordtat gerühmt habe. Knapp sieben Jahre nach dem Mord an Bögerl hatte ihn die Polizei am Mittwochabend im Kreis Heidenheim festgenommen.

Leiche wurde im Wald gefunden

Fall Maria Bögerl (AP)

Nach dem Fund der Leiche wurde das Waldstück von der Polizei durchsucht

Der Fall ist einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle in Deutschland: Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt und umgebracht worden. Die Täter verlangten 300.000 Euro. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte, Anfang Juni fand ein Spaziergänger die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Die zweifache Mutter war erstochen worden. Ihr Ehemann tötete sich später selbst. Er war in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt zu sein.

Fahndung im Fernsehen

Zuletzt hatten die Ermittler bundesweit mit Phantombild und Stimmprobe nach einem Mann gesucht, der die Tat im Juli 2016 vor Zeugen im westfälischen Hagen zugegeben und konkrete Angaben dazu gemacht hatte. "Ganz konkret hat er gesagt, er habe Maria Bögerl erstochen", sagte der leitende Ermittler Michael Bauer von der Polizei in Ulm in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst": "Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein."

Maria Bögerl Entführung Heidenheim (picture alliance/dpa)

Mit diesem Bild wurde 2010 nach Maria Bögerl gesucht

Den Angaben zufolge hatte der betrunkene Verdächtige den jungen Männern im vergangenen Sommer erzählt, dass er aus Ochsenberg in der Gemeinde Königsbronn in Baden-Württemberg stamme - das liegt nicht weit entfernt vom Tatort. Früher sei er nach eigenen Angaben Angehöriger der Bundeswehr gewesen und habe einen Speziallehrgang bei einer Kompanie für "Psychologische Verteidigung" absolviert, hieß es im Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamtes (BKA).

Gesprächsmitschnitt half der Polizei

Die Zeugen hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und den Mitschnitt der Polizei übergeben. Seitdem gehen die Ermittler dieser Spur nach, am Mittwoch wandten sie sich mit der Bitte um Hinweise an die Öffentlichkeit. Am Ende der ZDF-Sendung hieß es, es habe "eine Reihe von Hinweisen" aus dem TV-Publikum gegeben, erste Überprüfungen konkreter Personen seien bereits am Abend angelaufen.

wo/gri (dpa, BKA)