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Nahost

Im Libanon entführte israelische Soldaten angeblich "wohlauf"

Der libanesische Außenminister hat sich zu den zwei Entführten geäußert, Beweise gibt es nicht. Irans Präsident Ahmadinedschad bezeichet Israels Libanon-Offensive als "Selbstzerstörung". Rice wird in Jerusalem erwartet.

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Ein israelischer Militärkonvoi im Norden des Landes

Die beiden von der Hisbollah-Miliz entführten israelischen Soldaten sind nach Angaben des libanesischen Außenministers Fausi Salluch "wohlauf und an einem sicheren Ort". Salluch rief am Sonntag (23.7.2006) dazu auf, die UNO oder eine dritte Partei solle Möglichkeiten eines Gefangenenaustauschs mit Israel prüfen. Zunächst solle Israel einen Waffenstillstand akzeptieren. Salluch steht der Hisbollah nahe. Die Miliz hatte die beiden Soldaten am 12. Juli in den Libanon verschleppt, worauf Israel mit seiner Offensive reagierte.

Weitere getötete Zivilisten auf beiden Seiten

Beim Beschuss der nordisraelischen Stadt Haifa durch Raketen der libanesischen Hisbollah-Miliz sind am Sonntagmorgen zwei Zivilisten getötet worden. Eine Rakete habe am Sonntagmorgen ein Auto getroffen und den Fahrer getötet, teilte die Hilfsorganisation Magen David Adom mit. Ein zweiter Mensch sei beim Beschuss seines Hauses gestorben, drei weitere seien bei Explosionen in mehreren Stadtteilen schwer verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee schlugen in Haifa fünf Raketen der Hisbollah ein.

Israelische Luftangriffe

Bei den Angriffen der israelischen Armee in der Nacht zum Sonntag wurde im Südlibanon nach libanesischen Polizeiangaben mindestens ein Zivilist getötet. 20 weitere seien bei den Luftangriffen verletzt worden. Allein bei dem Angriff auf vier Dörfer östlich der Küstenstadt Tyrus seien zwölf Menschen verletzt worden. In der Region Baalbeck im Ostlibanon flogen israelische Jagdbomber demnach mindestens neun Angriffe.

In den letzten vier Wochen sind bei Kämpfen, Anschlägen und den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten mehr als 540 Menschen getötet und über 1800 verletzt worden.

UN-Besuch in Beirut

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, hat sich am Sonntag in Beirut ein Bild von der Lage elf Tage nach Beginn der israelischen Offensive gemacht. Egeland besuchte die am stärksten zerstörten südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt, wo die Hisbollah ihren Hauptsitz hat und die ein Schwerpunkt der israelischen Luftangriffe waren. "Wenn es so weitergeht, wird es mehr und mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung geben", mahnte der UN-Gesandte und rief zu einem Ende der Gewalt auf.

"Wir halten an der Operation fest"

Israel hält an seiner Offensive im Libanon fest. Das bekräftigte Verteidigungsminister Amir Perez am Sonntag nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Jerusalem. "Wir halten an der Operation fest", sagte Perez. "Das Ziel ist, eine Situation zu schaffen, in der wir so viel Raum wie möglich für diplomatische Bewegung haben." In Jerusalem wurden auch der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy und US-Außenamtschefin Condoleezza Rice erwartet.

Ahmadinedschad rechnet mit Israels Selbstzerstörung

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Libanon-Offensive als einen Schritt zur Selbstzerstörung Israels bezeichnet. Mit der Militäraktion habe "Israel den Knopf zu seiner eigenen Zerstörung gedrückt", sagte Ahmadinedschad am Sonntag in Teheran. Nähere Ausführungen folgten nicht.

Ahmadinedschad, der mit seinen israelfeindlichen Äußerungen wiederholt weltweit Empörung ausgelöst hat, nannte Großbritannien und die USA "Komplizen des zionistischen Regimes in dessen Verbrechen im Libanon und in Palästina". Inzwischen stehe Israel aber "vor dem Ende". Der Iran gilt als Unterstützer der libanesischen Hisbollah, gegen die sich die israelische Offensive richtet. Der iranische Stabschef Sajjed Hassan Firusabadi schloss am Wochenende einen Militäreinsatz im Libanon aber definitiv aus. (kap)

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