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Saarländisch

Im kleinsten deutschen Bundesland

"Klein, aber fein" – das sagen Saarländer oft über ihre Heimat. Und tatsächlich verbergen sich hinter dieser Floskel eine ganze Menge Wahrheiten über das vielseitige Bundesländchen im Südwest-Zipfel Deutschlands.

Ein einfacher Blick auf die Landkarte beweist: Das Saarland ist wirklich klein. Mit rund 2500 Quadratkilometern Fläche ist es nach den Stadtstaaten das kleinste deutsche Bundesland. Anderes, Wesentlicheres verrät der Blick auf die Karte jedoch nicht. Denn im Saarland bestimmt eben nicht das "Klein-Sein" das Bewusstsein, sondern das "Fein-Sein".

Saarburg

Das Saarland – eine gute Partie
Der Saarländer liebt seine Heimat und ist stolz auf sie. Ein bisschen Trotz schwingt aber sicher auch mit, wenn die Menschen in Saarbrücken, Saarlouis oder Völklingen vom guten Essen, dem "savoir vivre" und dem besonderen Zusammenhalt im Saarland schwärmen. Denn der Saarländer ist eine komplexe Spezies: Bei allem Lokalstolz leidet der "homo habilis saraviensis" im Herzen darunter, dass er sich vom Rest der Republik unterschätzt und nicht ganz ernst genommen fühlt.

Das erklärt sich auch aus der wechselvollen Landesgeschichte: Lange Jahre war die kohlereiche Region Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es sogar für einige Jahre die Autonome Region Saarland mit eigener Währung. Erst nach einer Volksabstimmung 1955 im Saarland und der Zustimmung Frankreichs wurde das Gebiet 1957 wieder offizieller Teil der Bundesrepublik.

Schlossberghöhlen in Homburg

Durch dieses ständige "riwwer und niwwer" – hin und her – haben die Saarländer eine eigene Identität entwickelt. Eine verschworene Gemeinschaft – so sehen sie sich gerne. Bei nur gut einer Million Einwohnern kenne jeder jeden, beziehungsweise "kennt jeder jemanden, der wiederum jemanden kennt", sagt der saarländische Sänger und Kabarettist Schorsch Seitz.

Stubenhocker und Vereinsmeier
Nur äußerst ungern verlässt ein Saarländer seinen vertrauten Mikrokosmos, denn er ist ein echtes zoon politikon – ein "gesellschaftliches Tier" – wie es schon Aristoteles vor Augen gehabt haben muss. Kegelclub, Kirchenchor und Sportverein – jeder Saarländer ist durchschnittlich in dreieinhalb Vereinen, heißt es. 5000 soll es hier insgesamt geben und damit die höchste Vereinsdichte pro Kopf in ganz Deutschland.

Saarschleife bei Mettlach

Dehemm – daheim – fühlt der Saarländer sich dort, wo er dem Vereinswesen frönen kann, wo sein gemütliches Häuschen steht und wo ihm immer irgendein Bekannter beim Bau der neuen Garage hilft oder zumindest jemanden kennt, der jemandem kennt, der sich damit auskennt. Eben dort am Rande der Republik, wo Lokalpatriotismus und Minderwertigkeitsgefühl dicht beieinander liegen – und dabei eine ziemlich liebenswerte Mischung ergeben.

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