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Aktuell Deutschland

Im Jemen entführte deutsche Familie ist tot

Fünf Jahre lang war das Schicksal einer im Jemen von Geiselnehmern verschleppten Familie ungewiss. Jetzt brachte ein Schreiben des Auswärtigen Amtes traurige Gewissheit über das Schicksal der Sachsen.

Johannes und Sabine Hentschel mit ihrem Sohn Simon auf einem Foto vom April 2009 (Foto: picture alliance/dpa/privat)

Sabine und Johannes Hentschel mit ihrem Sohn Simon auf einem Foto vom April 2009

Ein vor fünf Jahren im Jemen entführtes deutsches Ehepaar und dessen kleiner Sohn sind tot. Darüber habe das Auswärtige Amt jetzt die Angehörigen informiert, teilte der Sprecher der Familie aus dem kleinen Ort Menschwitz in Ostsachsen, Pastor Reinhard Pötschke, mit. Er bestätigte damit einen Bericht des evangelischen Magazins "Idea Spektrum". Für die Angehörigen sei damit traurige Gewissheit, was sie seit Jahren befürchtet hätten. "Wir sind aber auch froh, jetzt wenigstens an einem Punkt zu sein, an dem wir in die Phase des Trauerns und des Abschiednehmens eintreten können."

Die bei der Geiselnahme 36 Jahre alten Eltern seien getötet worden, der knapp einjährige Simon sei - vermutlich an einer Infektion - gestorben. Laut Pötschke heißt es in dem Schreiben des Auswärtigen Amtes: "Gemäß hier vorliegendem zuverlässigen nachrichtendienstlichen Aufkommen wurden Johannes, Sabine und Simon Hentschel im Verlauf ihrer Entführung im Jemen getötet beziehungsweise verstarben."

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Töchter der entführten Familie gerettet (18.05.2010)

Zwei Töchter kamen vor vier Jahren frei

Die insgesamt fünfköpfige Familie war 2009 im Jemen von Geiselnehmern verschleppt worden. Die Eltern hatten in dem Land für eine kleine christliche Hilfsorganisation gearbeitet. Die Töchter Lydia und Anna - heute zehn und acht Jahre alt - kamen im Mai 2010 frei, kehrten nach Deutschland zurück und leben heute bei Verwandten. Von den Eltern und dem damals knapp einjährigen Simon fehlte lange jede Spur. Das Schreiben des Auswärtigen Amtes habe die Familie Ende August erreicht, sagte Pötschke, der Schwager des getöteten Johannes Hentschel. Sie hätten in den vergangenen Wochen zunächst weitere Angehörige und Freunde der Familie über die Nachricht informiert, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen wollten.

Zur damals entführten Gruppe gehörten neben der sächsischen Familie auch zwei Bibelschülerinnen aus Ostwestfalen, eine Südkoreanerin sowie ein britischer Ingenieur. Die drei Frauen wurden wenig später ermordet aufgefunden. Der Verbleib des Briten ist bis heute ungeklärt.

sti/as (afp, dpa, epd)

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