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Asien

Im Iran festgehaltene Französin kehrt heim

Mehr als zehn Monate war sie im Iran festgehalten worden. Ein iranisches Gericht machte nun den Weg für eine Ausreise der Französin Clotilde Reiss frei. Es wandelte eine zehnjährige Haftstrafe in eine Geldstrafe um.

Clotilde Reiss vor Gericht im Iran am 08.08.2009 (Foto: AP)

Clotilde Reiss vor Gericht im Iran (Archivfoto)

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die 24-jährige Clotilde Reiss am Sonntag (16.05.2010) nach ihrer Ankunft in Paris im Elysée-Palast empfangen. Auch die Familie der jungen Frau soll bei dem Empfang dabei sein. Nach dem Ende ihres Spionage-Prozesses im Iran verließ sie den Iran und bestieg in Dubai ein Flugzeug nach Frankreich.

Die Französin Clotilde Reiss (Archivfoto: AP)

Die Französin Clotilde Reiss (Archivfoto)

Clotilde Reiss, die als Lektorin an der Universität in Isfahan gearbeitet hatte, war im vergangenen Juli am Rande der Massenproteste gegen die Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Teheran festgenommen worden. Ihr wurde vorgeworfen, Teil eines westlichen Komplotts gegen die iranische Regierung gewesen zu sein. Sie soll in E-Mails Berichte und Fotos über die Proteste verbreitet und damit zum Aufruhr angestiftet haben. Gegen Kaution hatte Reiss das Gefängnis Mitte August verlassen können. Sie musste sich aber bis zum Ende ihres Prozesses in der französischen Botschaft aufhalten.

Gericht: "Entscheidung zur Milde" der iranischen Regierung

Das iranische Gericht wandelte eine am Samstag verhängte zehnjährige Haftstrafe zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 230.000 Euro um und machte damit den Weg für die Ausreise der Französin frei. Nach Angaben des Gerichts sei dies "nach einer Entscheidung zur Milde" der iranischen Regierung erfolgt. Reiss' Anwalt sagte, der Betrag sei bereits beglichen worden. Er werde das Urteil nicht anfechten. Die Entscheidung der iranischen Justiz sei "nah an einem Freispruch".

Clotilde Reiss mit Kopftuch vor Gericht im Iran am 08.08.2009 (Foto: AP)

Richter wandelten eine Haftstrafe in eine Geldstrafe um

Ausschnitte des Prozesses gegen Reiss waren vom iranischen Fernsehen übertragen worden. Zu sehen war eine Aussage der Französin von Mitte Januar, in der sie um Verzeihung bat und zugab, "aus persönlichen Motiven" an den Protesten teilgenommen zu haben. Die französische Regierung hatte Reiss immer als unschuldig bezeichnet und die sofortige Einstellung des Verfahrens gefordert. Der Fall hatte die Beziehungen zwischen dem Iran und Frankreich erheblich belastet.

Das nun gesprochene Urteil folgte auf eine Entscheidung der französischen Justiz von Anfang Mai, einen von den USA gesuchten Iraner in seine Heimat ausreisen zu lassen. Paris und Teheran bestreiten allerdings einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen. Die USA hatten von Frankreich die Auslieferung des iranischen Ingenieurs wegen verdächtiger Geschäfte verlangt, was ein Pariser Gericht jedoch ablehnte.

Autorin: Ursula Kissel (afp, rtr, apn, dpa)
Redaktion: Hartmut Lüning