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Projekt Zukunft

Im Gespräch: Nobelpreisträger Werner Arber

Nobelpreisgewinner Werner Arber bei einer Rede vor dem World Science Forum (Foto: AP)

Nobelpreisgewinner Werner Arber bei einer Rede vor dem World Science Forum

DW-TV: Herr Arber, Sie kommen schon seit vielen Jahren hierher nach Lindau. Was ist der besondere Geist bei diesem Treffen?

Werner Arber: Das Besondere daran ist, dass die Preisträger zunächst relativ konzentriert ihre eigenen Kenntnisse über die Wissenschaft darlegen und dann in Gesprächen mit jungen Wissenschaftlern darüber diskutieren können, Fragen beantworten. Das geht oft in vertiefte wissenschaftliche Kenntnisse hinein. Aber sehr häufig auch über die Karriere eines Wissenschaftlers.

Und Sie haben natürlich hier auch eine ganz andere Bedeutung, vor allem für die jungen Menschen. Sie sind natürlich ein echter Star hier. Sie sind hier prominent. Gefällt Ihnen das?

Ja, ich fühle mich nicht so als Star. Ich bin ein Wissenschaftler wie jeder andere, aber es wird einem schon manchmal klar, dass auf uns ein kleiner Heiligenschein liegt.

Inwieweit hat denn der Nobelpreis Ihr Leben verändert?

Ich behaupte immer, nicht besonders. Aber ich denke, ich wäre heute nicht mit Ihnen auf dem Boot hier ohne den Preis.

Nun hat ihre Entdeckung, im Grunde genommen, ein ganz großes Feld angestoßen. Sie haben damals die Restrektionsenzyme entdeckt. So Enzym-Scheren, die im Genom arbeiten. Heute forschen Sie ja immer noch weiter und Sie interessieren sich besonders für das Gebiet der Evolution. Da spielt ja auch Ihre Entdeckung mit hinein. Gibt es denn noch eine Evolution des Menschen?

Alle Lebewesen evoluieren. Wir haben uns natürlich nur teilweise abgenabelt von den Schwierigkeiten unseres Lebens. Wir können nicht behaupten, dass der Mensch nicht mehr auch dem ganzen Prozess unterworfen ist.

Und können Sie als Nobelpreisträger voraus sagen, wohin die Reise mit uns Menschen geht? Wohin werden wir uns entwickeln?

Das kann ich nicht voraus sagen. Die Evolution hat kein eigentliches Ziel. Das hängt sehr stark von den Veränderungen der Habitate ab, und im globalen Umfeld von den Veränderungen der Lebensbedingungen ganz allgemein, also Klimawandel und alles andere, was eben dazu beiträgt. Und da können sich Lebewesen dann schnell wieder neue Habitate suchen. Ob der Mensch das auch machen kann, weiß ich nicht.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Arber.

Interview: Ingolf Baur