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Projekt Zukunft

Im Gespräch: Neue Therapien zur Blutdrucksenkung

Unser Studiogast Prof. Dr. med. Philipp Stawowy, Kardiologe am Deutschen Herzzentrum Berlin, spricht mit Projekt Zukunft über die verschiedenen Behandlungsmethoden für Bluthochdruck.

Video ansehen 02:49

DW: Ein Schrittmacher zur Blutdrucksenkung, angesetzt an der Halsschlagader, wie vielversprechend ist dieser Eingriff?

Philipp Stawowy: Sehr vielversprechend. Es ist eine sehr effektive Therapie, wie die ersten Daten zeigen. Aber sie sollte nur bestimmten Patientengruppen vorbehalten sein.

Welchen Patientengruppen?

Das sind Patienten, die nicht auf andere Therapien ansprechen, die schon viele Mittel gegen den Bluthochdruck einnehmen und trotzdem den Blutdruck nicht senken können.

Also erst dann sollte man zu einer Operation raten. Wie Risiko reich ist denn diese Operation?

Es ist ein sehr invasiver Eingriff. Dass heißt, es erfordert eine Operation in der Nähe des Halsgefäßes, dort wo das Nervengeflecht ist. Und diese Gefäße versorgen das Gehirn.

Sie verwenden eine andere Operationsmethode, bei der Nervenfasern, die um die Niere herum liegen, abgetötet werden. Diese Nerven sind auch an der Entstehung von Bluthochdruck beteiligt. Warum benutzen Sie diese Methode?

Der Eingriff ist schonender. Er geschieht nur in einer Schlafnarkose und ist ein kleiner Eingriff mit einer Punktion der Arterie. Der Katheter wird in die Nierenarterie vorgeführt und dort wird die Energie abgegeben, um die Nerven abzutöten.

Jetzt klingt dieser Eingriff, bei dem Nerven abgetötet werden, nicht unbedingt schonender.

Ja, aber der Eingriff ist gut verträglich. Und die Daten zeigen auch, dass dadurch sehr gut der Blutdruck gesenkt werden kann.

Um wie viel kann der Blutdruck gesengt werden?

In den Studien bis zu 30 mmHg systolisch und 15 mmHG diastolisch.

Und für welche Patienten wäre eine solche Operation notwendig?

Auch hier ist es so, dass eigentlich nur Patienten in Frage kommen sollten, die auf andere Therapien, also herkömmliche Therapien mit Medikamenten nicht ansprechen.

Ist das denn für Sie solch ein Eingriff schon Routine?

Bei uns ist das ein Routineeingriff und das Verfahren ist auch zugelassen.

Seit wie vielen Jahren machen Sie das schon?

Seit zwei Jahren.

Bluthochdruck ist ja ein Thema, das sehr viele Menschen betrifft. Was ist Ihr Tipp, was können wir alle tun, damit wir gar nicht erst Probleme mit dem Blutdruck bekommen?

Letztendlich ist es die gesunde Lebensweise, wie wir sagen. Also, salzarme, mediterrane Kost, Gewichtsabnahme, nicht Rauchen, wenig Alkohol und Sport treiben.

Also das was man eigentlich auch sonst tun sollte, um gesund zu bleiben.

(Interview. Maria Grunwald)