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Wirtschaft

Im Fokus: Finanzpolitik in Afrika und Hedge-Fonds

Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) haben in der Mark Brandenburg zweitägige Beratungen aufgenommen. Die Themen: Afrika und Hedge-Fonds.

Freizeitanlage am See

Tagungsidyll am Schwielowsee

Der Schwielowsee ist ein wunderbarer Ort, die Sorgen des Alltags zu vergessen. Doch die Finanzminister sind nicht zusammen gekommen, um auf den Spuren des Dichters Theodor Fontane zu wandeln - der die Gegend hier dereinst als behaglich und gutmütig beschrieben hat. Aber eine Sorge weniger hatte Gastgeber Peer Steinbrück zumindest: Der angekündigte Rücktritt von Weltbank-Chef Paul Wolfowitz kam gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Treffens - und die Absage aus Washington gleich mit.

"Good governance"

Eigentlich hätte Wolfowitz hier über Korruptionsbekämpfung sprechen sollen. So verwies der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück auf die Verantwortung, die man in bestimmten Funktionen habe: "Ich glaube, Herr Wolfowitz hat den richtigen Schritt gemacht. […] Es ist für die Zukunft der Weltbank richtig, eine Diskussion von ihr fernzuhalten, die erkennbar doch die Öffentlichkeit und wahrscheinlich auch die Weltbank selbst mehr beschäftigt hat als ihre eigentliche Aufgabe."

Und die ist es unter anderem dafür zu sorgen, Projekte zu unterstützen, mit der Armut in Afrika bekämpft werden kann. Darüber haben die G8-Minister hier am ersten Tag auch mit fünf afrikanischen Ressortkollegen gesprochen. Es ging um einen Aktionsplan über so genannte gute Regierungsführung ("good governance") in der Finanzpolitik. Damit soll verhindert werden, dass die Länder, denen Schulden erlassen wurden, neue Schuldenberge anhäufen. Denn was nützt es, wenn Gelder aus der Entwicklungshilfe oder dem Export von Rohstoffen in die falschen Kanäle fließen?

Verhaltenskodex für Hedge-Fonds

Vertiefen will man hier am Schwielowsee auch die Bemühungen um mehr Transparenz bei den so genannten Hedge-Fonds. Diese Debatte war vom deutschen Finanzminister angestoßen worden. Man will mehr Transparenz für diese teils hochriskanten Fonds - die bei einem möglichen Crash die gesamte Finanzmarktarchitektur in Mitleidenschaft ziehen könnten.

Eine Einigung auf einen von Steinbrück angestrebten Verhaltenskodex wird es hier noch nicht geben - und auch nicht auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm. Aber dass es diesen Kodex geben wird, da ist der deutsche Finanzminister zuversichtlich - weil auch die Hedge-Fonds-Branche selbst daran interessiert sei.

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