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Alltagsdeutsch – Podcast

Im Filmmuseum

Wenn man Filme liebt, geht man ins Kino – oder in eines der sechs Filmmuseen in Deutschland. Zu sehen sind dort unter anderem alte Vorführgeräte und Drehbücher, aber auch Leihgaben aus Hollywood-Filmen.

Sprecher:
1984 öffnete das erste Filmmuseum in Deutschland: in Frankfurt am Main. Danach folgten fünf weitere: in Düsseldorf, Potsdam, Berlin, München und Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. München und Bitterfeld-Wolfen haben allerdings keine Dauerausstellungen und widmen sich hauptsächlich der Restaurierung von Filmen. Die Filmmuseen machen im Prinzip genau das Gleiche wie andere Museen auch: Sie sammeln und archivieren etwas. Was genau, erklärt der Direktor des Düsseldorfer Filmmuseums, Bernd Desinger:

Bernd Desinger:
„Die Aufgaben eines Filmmuseums sind sehr vielfältig. Auf der einen Seite bewahren wir Schriftmaterialien, Fotomaterialien. Wir haben hier in Düsseldorf über ’ne halbe Million Fotos. Wir haben Tausende von Filmkopien, die man nur an wenigen Plätzen sonst hat und zum Teil nur unikal hier hat. Wir bewahren Gegenstände aus den Produktionen auf, Drehbücher, Produktionspläne. Wir haben Gegenstände von Filmkünstlern aus dem persönlichen Besitz, aus dem filmfachlich orientierten Besitz.“

Sprecher:
Das Düsseldorfer Museum sammelt, bewahrt, zum einen Schriftstücke wie Filmdrehbücher sowie Produktionspläne auf. In Produktionsplänen wird unter anderem genau festgelegt, was zum Beispiel für die Herstellung des Films benötigt wird, wer sich um was kümmert und wann etwas erledigt sein muss. Außerdem werden im Düsseldorfer Museum auch Kopien von Originalfilmen verwahrt. Manche dieser Kopien gibt es nur hier. Sie sind einzigartig, einUnikat, oder – wie Bernd Desinger sagt – unikal. Zusätzlich haben Schauspieler und Schauspielerinnen dem Museum Dinge zur Verfügung gestellt, die in ihren Filmen eine Rolle spielten, die – wie es Bernd Desinger umgangssprachlich sagt – filmfachlich orientiert sind. Wozu sind Filmmuseen seiner Meinung nach notwendig?

Bernd Desinger:
„Filmmuseen sind, denk ich, deshalb von außerordentlicher Bedeutung, weil kein Kulturprodukt so viele Menschen für sich gewinnt, für sich begeistert. [Weil] kein Kulturprodukt die Möglichkeit auch einer internationalen Verständigung, dieses Nachvollziehen von Gefühlslagen, von schwierigen Situationen, aber auch von Freude, von allen möglichen tief menschlichen Erlebnissen vermittelt. Das gibt es in keiner anderen Kunstform.“

Sprecher:
Bernd Desinger findet, dass der Film besser als zum Beispiel das Theater oder die Oper die Lebensverhältnisse der Menschen sowie die unterschiedlichen menschlichen Emotionen, die Gefühlslagen, zeigen kann. Und Film sei international verständlich. Ähnlich sieht das Hilmar Hoffmann, der frühere Präsident des Goethe-Instituts und langjährige Kulturverantwortliche von Frankfurt am Main. Er hatte sich für die Gründung eines Filmmuseums in der Mainstadt eingesetzt. Film ist für Hoffmann …

Hilmar Hoffmann:
„… ein kulturelles Medium, das sich auch an jene Bürger wendet, die keine ästhetische Vorbildung haben. Und auf dem Weg über den Film – zunächst über den populären Film, dann den Weg zu dem ästhetisch anspruchsvollen Film zu finden. Dazu wird das Filmmuseum versuchen, die Besucher zu geleiten.“

Sprecher:
Das Verständnis, was Kunst ist, hat für Hilmar Hoffmann etwas mit Ästhetik, mit dem Verständnis von Schönheit, zu tun. Um einen Film anzuschauen, benötigt jemand seiner Meinung nach keine ästhetische Vorbildung. Jeder könne aber an diese Ästhetik herangeführt werden. Besonders bei populären, beliebten, Filmen wie zum Beispiel James-Bond-Filmen ist es wichtig, ob die Geschichte gut und spannend erzählt ist. Ästhetisch anspruchsvolle Filme legen viel Wert auf die Schönheit der Bilder und auf eine hintergründige Geschichte. Hilmar Hoffmann findet, dass es auch eine Aufgabe des Frankfurter Filmmuseums ist, dem Besucher entsprechende Beispiele zu zeigen. So werden in einer sogenannten Endlosschleife Ausschnitte aus Klassikern der Filmgeschichte immer wieder gezeigt und in Beziehung zueinander gesetzt. 2009 schloss das Museum für Renovierungsarbeiten. 2011 wurde es wiedereröffnet – mit einem überarbeiteten Konzept. Das hat seinen Grund wie Maja Keppler vom Frankfurter Museum erläutert:

Maja Keppler:
„Also, vor allem hat das Filmmuseum heute ’ne komplett andere Ausgangssituation, mit der es konfrontiert ist, als vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren, wo gerade mal der Videorekorder eingeführt wurde für den Heimgebrauch. Und heute ist das bewegte Bild wirklich omnipräsent und es ist auch wirklich sehr stark, so dass jeder die Medien nutzt, kreativ nutzt, mit ihnen umgeht, sich Filme aufs Handy lädt und selber bearbeitet und schneidet.“

Sprecher:
In den 1970er, 1980er Jahren hatte der Film, oder wie Maja Keppler verallgemeinernd sagt, das bewegte Bild, einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft als heute. Diejenigen, die es sich finanziell leisten konnten, kauften einen Videorekorder für zuhause, für den Heimgebrauch. Heutzutage sei die Lage, die Ausgangssituation, eine andere. Das bewegte Bild in Form von Videos sei überall verfügbar, es sei omnipräsent. Und im Museum hat man sich auch bei den Ausstellungsgegenständen auf ein jüngeres Publikum eingestellt, das möglicherweise weniger ins Kino geht und Filme mehr aus dem Internet kennt, wie Maja Keppler sagt:

Maja Keppler:
„Natürlich gibt’s im deutschen Filmmuseum viele Objekte zu deutschen Filmen auch zu entdecken. Das sind natürlich die Objekte, die wir auch in unseren eigenen Sammlungen haben. Aber natürlich kennen, vor allem das junge Publikum kennt natürlich Hollywood- Filme viel besser. Und da fanden wir es wichtig, da auch ’n Bezug zu ermöglichen und haben deshalb diese Kooperation mit der Academy in Hollywood, die uns jedes Jahr eben Exponate zu Hollywood-Filmen zur Verfügung stellt.“

Sprecher:
Damit auch junge Leute gerne ins Filmmuseum kommen, damit sie einen Bezug dazu haben, hat das Frankfurter Museum mit dem „Academy Museum of Motion Pictures“ in Hollywood ein Abkommen getroffen. Für Ausstellungen werden entsprechende Gegenstände, Exponate, aus bekannten Filmen an das Frankfurter Museum ausgeliehen. Vor allem die Sonderausstellungen ziehen regelmäßig ein großes Publikum an, das aus allen Altersschichten besteht. Und das lässt sich dann auch gern zu einem Kinobesuch verführen – am besten im zum Museum gehörenden Filmtheater.






Fragen zum Text

Richtig ist, dass …
1. nur das Düsseldorfer Filmmuseum Unikate besitzt.
2. Hilmar Hoffmann der frühere Leiter des Düsseldorfer Filmmuseums war.
3. es in zwei Filmmuseen keine Räume für Dauerausstellungen gibt.

Welcher Satz stimmt nicht?
1. Das bewegte Bild kann nicht ästhetisch sein.
2. Film ist ein Kulturprodukt.
3. Hilmar Hoffmann meint, auch „ungebildete“ Menschen können ästhetisch gemachte Filme verstehen.

Folgende Aussage von Maja Keppler stimmt nicht: …
1. Filmmuseen müssen sich auf ein jüngeres Publikum einstellen.
2. Videorekorder wurden 1965 erstmals in Deutschland eingeführt.
3. Videos können auf einem Mobiltelefon selbst geschnitten werden.


Arbeitsauftrag
Bilde Passivsätze mit Modalverben im Konjunktiv II Perfekt. Ein Beispiel:

Teure – Exponate – aus – Hollywood – gut versichert – müssen.
Teure Exponate aus Hollywood hätten gut versichert werden müssen.

1. Unikate – sicher – aufbewahren – müssen.
__________________________.

2. Auch – bei – manchen – populären – Filmen – mehr – Wert – auf – Ästhetik – legen – können.
__________________________.

3. Drehbuch – spannender – schreiben – können.
__________________________.

4. Manche – Filmklassiker – nicht – zeigen – dürfen.
__________________________.

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