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Im Alltagstrott

Tagaus, tagein das Gleiche: das Leben vieler Menschen ist bestimmt von wiederkehrenden Routinen. Grauer Alltag von morgens bis abends. Und am nächsten Tag geht es wieder los.

Audio anhören 05:19

Im Alltagstrott

Was empfinden wir – oder aber die meisten von uns –, wenn wir die Redewendung hören: „Tagaus, tagein“? Reagieren wir positiv, mit Freude, einem inneren Lächeln wie bei den Wörtern „Freizeit“, „Urlaub“ und „Ferien“? Mitnichten! Denn „tagaus, tagein“, das klingt nach „immer das Gleiche“, nach „Eintönigkeit“, nach „alltäglichem Einerlei“.

Alltägliches Morgengrauen

Deutschland Mann trinkt Kaffee aus einem Pappbecher Coffee to go (picture-alliance/dpa)

Wer zuhause keine Zeit mehr hatte, holt sich noch einen Coffee-to-go

Der Wecker klingelt, wir stehen auf. Ganz langsam bewegen wir uns Richtung Badezimmer, trotten noch etwas schläfrig dahin. Nach der Morgentoilette genehmigen wir uns noch schnell einen Kaffee – und schon sind wir aus der Tür. Mancher schiebt noch ein Frühstück dazwischen. Willkommen im „Alltag“. Gleichförmig soll er sein, zumindest wird er mit diesem Adjektiv häufig in Verbindung gebracht. Dennoch hat er genau betrachtet unterschiedliche Gesichter.

„Das Gleiche“ ist eben nicht „dasselbe“. Spaßvögel nennen den Augenblick, wenn an Werktagen der Wecker mit seinem elektronischen Piepsen anfängt das „Morgengrauen“. Dieses ist vom tatsächlichen Morgengrauen, der langsamen Dämmerung, unabhängig.

Turbulenter Alltagstrubel

Grau ist heller als Schwarz und dunkler als Weiß. Also auch keine richtige Farbe und insofern bestens geeignet, dem Alltag als Farbadjektiv zu dienen. Der graue Alltag ist nicht farbenfroh und keineswegs bunt. Er muss aber allein deshalb nicht zwangsläufig traurig sein.

Ein Mann in Hemd und Krawatte (vorne ) sowie eine Frau im Businesskostüm schauen entsetzt auf ihre Armbanduhren (Fotolia/ArTo)

Jetzt aber schnell!

Denn Alltag kann ganz schön turbulent sein. Der Alltagstrubel lässt einen gar nicht erst dazu kommen, Gefühlen Raum zu lassen. Alltagsstress und die Hektik des Alltags sind zu festen Begriffen geworden. Es gibt Menschen, die rennen immer zur Bushaltestelle, zum Zug, zur Straßenbahn. Da beginnt die Alltagshetze schon am frühen Morgen.

Alltägliches im Alltag

Unter den Berufspendlern – auch dies ein aus dem Alltag geborener Begriff –, gibt es die Risikosportler, die jeden Morgen die Rolltreppe zum Bahnsteig runterstürzen, mehrere Stufen überspringend, mit dem Pappbecher Kaffee in der Hand, und es gerade noch so – die automatische S-Bahn Tür geht schon zu – in den Waggon schaffen und sich auf einen Sitz fallen lassen.

Der Sitznachbar nebenan schaut wie jeden Morgen angestrengt auf sein Smartphone und textet – wem auch immer – irgendwas. Die Frau gegenüber scheint dem tristen Alltag schon in der Bahn mit innerer Einkehr zu begegnen. Milde lächelnd und mit geschlossenen Augen, die Hände übereinander gelegt, sitzt sie jeden Morgen duldsam und sich dem Unvermeidlichen fügend in gelassener Ruhe auf ihrem Platz.

Alltäglicher Feierabend

Aber was ist das Unvermeidliche? Ist es der ewig gleiche Trott? Diese bestenfalls Routine zu nennende Tretmühle, in der wir uns alle – oder zumindest die meisten von uns – befinden? Dabei fordert der berufliche Alltag uns täglich neu heraus.

Es stimmt ja nicht, dass ein Tag wie der andere ist, nur weil er „Alltag“ heißt. Aber er ist halt anstrengend und verlangt von einem, dass man sich dabei stets von seiner besten Seite zeigt! Und wenn das Tagwerk erledigt ist, ist er endlich da: der ersehnte Feierabend.

Alltägliche Staus und Floskeln

Eine Frau gibt einer Kassiererin Geld für ihren Einkauf (picture-alliance/dpa/P. Pleul)

Wenn gezahlt wird, wünscht die freundliche Kassiererin noch einen schönen Abend

Nur ist damit der Alltag nicht beendet. Denn jetzt heißt es erst mal rein in den alltäglichen Feierabendverkehr, den das englische „rush-hour“ auch nicht besser macht. Morgens Berufsverkehr, abends Berufsverkehr.

Danach wartet das alltägliche oder fast alltägliche Abenteuer im Supermarkt. Wer noch nicht weiß, was eine Floskel ist, erfährt es spätestens beim Warten in der Schlange vor den Kassen. Das mit jeder abgefertigten Kundin, jedem abgefertigten Kunden sich wiederholende und langsam näher kommende „Einen schönen Abend noch!“ ist längst Bestandteil unseres Sprachalltags geworden.

Der Alltagstrott von heute ist der von morgen

Kaum ist man zuhause geht’s weiter mit der Hausarbeit: Der Müll muss noch weggebracht, die Wäsche in die Waschmaschine gestopft und vielleicht das schmutzige Frühstücksgeschirr gespült werden. Ja und dann beim Zu-Bett-Gehen die allabendliche Vergewisserung: Ist der Wecker gestellt? – Er ist. Nach dem Morgengrauen kann es dann ja wieder losgehen – mit dem Alltagstrott.

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