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Ostmitteleuropa

Illegale Einwanderung nach Polen nimmt zu

- Schutz der Ostgrenze ist Hauptaufgabe des polnischen Grenzschutzes

Warschau, 27.9.2003, TRYBUNA, poln.

Die ehemalige sowjetische Grenzschutzanlage "Sistema" (...) ist kein wirksames Hindernis mehr, um illegal nach Polen zu gelangen. In diesem Jahr haben schon 2 500 Ausländer versucht, unsere Grenze illegal zu passieren.

Die Beamten des polnischen Grenzschutzes in der Region Podlasie nahmen am vergangenen Montag 14 afghanische Staatsbürger und einen Vietnamesen an der polnisch-litauischen Grenze fest, die sich in Gebäuden in der Nähe des Grenzüberganges Budzisko versteckt hatten und auf einen Transport ins Innere des Landes warteten.

Seit Januar d. J. wurden bereits 178 solche Menschengruppen festgenommen. Den Schleppern ist es jedoch gelungen, etwa 1 600 Menschen über die Grenze zu schleusen. Das sind 40 Prozent mehr als im letzten Jahr. Die größte Gruppe unter den illegalen Einwanderern bilden vor allem Russen, Ukrainer, Vietnamesen und Chinesen.

Die Grenzschutzbeamten nahmen in derselben Zeit 150 Schmuggler fest, d. h. 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahlen belegen, dass der Schmuggel und vor allem der Menschenschmuggel ein sehr profitables "Geschäft" ist, an dem sich immer mehr organisierte Banden beteiligen. Der Transport aus Asien nach Polen kostet mehrere Tausend Dollar.

Um den Menschenschmuggel verhindern zu können, muss der Grenzschutz über die modernste Ausrüstung verfügen. Vor einigen Tagen wurden acht VW-Busse an die Ostgrenze gebracht, die mit den neuesten Kameras und Laser-Entfernungsmessgeräten ausgerüstet sind. Mit diesen Geräten kann man die Grenze besser überwachen und die Angaben mit Hilfe eines Computers bearbeiten und dann innerhalb einiger Minuten an alle Grenzschutzposten in Polen weiterleiten. Die Laser-Nachtsichtgeräte erlauben es, einen Menschen auf eine Entfernung von fünf Kilometern zu entdecken. Diese Informationen können dann an die Patrouillen weitergeleitet werden, und dadurch wird eine schnelle Festnahme derjenigen ermöglicht, die versuchen, die Grenze illegal zu passieren.

Die russische "Sistema" erfüllt die Bedingungen nicht, die uns von der EU gestellt wurden. Für dieses Jahr plant der Grenzschutz die Anschaffung von weiteren modernen Geräten und 46 Wagen mit Laser-Messgeräten. (...)

Die Hauptkommandantur des Grenzschutzes versichert, dass aufgrund der Notwenigkeit, die Ostgrenze Polens besser zu schützen, keine Änderungen an der West- und Südgrenze Polens zu erwarten seien: "Wir werden früherstens 2006 oder 2007 zum Schengener Abkommen gehören und erst dann werden sich die Gegebenheiten an der Grenze ändern", erklärt die Leitung des Grenzschutzes. (...)

Beim polnischen Grenzschutz sind zur Zeit 12 500 Beamte fest beschäftigt und weitere 2 500 Personen haben sogenannte "Zeitverträge", weil sie ihren Dienst im Rahmen des Militärdienstes verrichten.

Einen Fleck auf der weißen Weste des Grenzschutzes stellt die Korruption dar. Im Juli d. J. begann eine Gerichtsverhandlung gegen Beamte, die am Grenzübergang Bezledy arbeiteten. Am Schmuggel waren insgesamt über 30 Personen beteiligt, darunter einige Grenzschutzbeamte, die bereits verhaftet wurden. (...)

"Wir versuchen nicht zu verbergen, dass solche Fälle stattfinden. Die Informationen, die darüber in der Presse erscheinen, sollten eine abschreckende Wirkung haben. Solche Dinge tun natürlich weh, aber sie müssen restlos ausgemerzt werden, um sich nicht weiter zu verbreiten", sagte Oberst Zukowicz. (...)

Die nächste Herausforderung für den polnischen Grenzschutz ist mit der Einführung der Visapflicht für die Staatsbürger Russlands, Weißrusslands und der Ukraine verbunden und bedeutet einen viel intensiveren Schutz der Grenze. Ab dem 1. Oktober wird ein Teil der Bewerber keine Visa mehr bekommen.

"Die Kontrolle der Dokumente wird für uns keine zusätzliche Belastung bedeuten. Es kann jedoch dazu kommen, dass die Personen, die keine Visa bekommen, versuchen werden, illegal nach Polen zu gelangen und auf solche Fälle müssen wir gut vorbereitet sein", erklärte der Pressesprecher des Grenzschutzes. (Sta)

  • Datum 30.09.2003
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