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Europa

Ikonen der Sicherheit

Im deutschen Herbst 2001 feiert der Determinismus seine Rückkehr: Gefahr scheint bestimmte Maßnahmen zu erfordern. Dass diese durchaus austauschbar sind, zeigt der Vergleich mit Frankreich und mit Großbritannien.

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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Nach den Anschlägen in den USA am 11. September haben alle EU-Staaten die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Und die großen EU-Länder drehen weiter an der Gesetzesschraube: Sie beschneiden Freiheits- und Persönlichkeitsrechte und räumen den Ermittlungsbehörden neue Befugnisse ein. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Tatsächlich kocht jedes Land sein eigenes Sicherheits-Süppchen – und greift dabei auf Rezepte zurück, die schon seit Jahren in der Schublade liegen. Dass die tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung nicht notwendigerweise einen bestimmten Katalog von Anti-Terror-Maßnahmen nach sie ziehen muss, zeigt der Blick auf die europäischen Nachbarn.

Abgeschraubte Mülleimer und Luftabwehrraketen

Zum Beispiel Frankreich: Hier setzt die Regierung auf sichtbare Zeichen der Terrorbekämpfung. So lässt sie etwa die Mülleimer in öffentlichen Gebäuden und an Transportknoten abschrauben – die Behälter könnten als Verstecke für Bomben dienen. Zusätzlich patroullieren martialisch aussehende Sicherheitskräfte in der Nähe exponierter Punkte – etwa des Eiffelturms, gegen den wiederholt Bombendrohungen ausgesprochen wurden. Die Maßnahmen sind Teil des "Plan Vigipirate", den die französische Regierung wenige Stunden nach den Anschlägen in den USA in Kraft setzte. Er hatte schon 1991 während des Golfkrieges und 1995 Anwendung gefunden, als die algerische Untergrundorganisation GIA eine Serie von Anschlägen in Paris verübte. Zusätzlich wurden nahe der atomaren Wiederaufbereitungsanlage La Hague und diverser Kernkraftwerke Luftabwehrraketen und Kampfflieger stationiert.