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Vereinigte Staaten

Ikone der Notfallmedizin ist tot

Er erfand einen Handgriff, der unzähligen Menschen das Leben rettete: Nun starb der US-Arzt Henry J. Heimlich - hochbetagt.

USA Dr. Henry Heimlich (picture alliance/AP Photo/Al Behrman)

Henry Heimlich (1920 - 2016)

Der frühere Brustchirurg sei in einem Seniorenheim im Bundesstaat Ohio den Folgen eines Herzinfarkts erlegen, berichten US-Medien. Henry Heimlich wurde 96 Jahre alt. "Nicht nur seine Familie wird ihn vermissen, sondern die ganze Menschheit", sagte sein Sohn Phil.

Henry Heimlich (Foto: AP)

Heimlich 1985: Der Arzt demonstriert "seinen" lebensrettenden Griff

Der Mediziner war der Erfinder und Namensgeber des so genannten Heimlich-Manövers, das Menschen bei Verstopfung der Luftröhre das Leben retten kann. Die Methode kommt etwa dann zum Einsatz, wenn sich Menschen beim Essen verschlucken und die Luftröhre durch Speiseteile verstopft ist. Heimlich hatte sie 1974 entwickelt, nachdem er selbst zum Zeugen eines derartigen Erstickungsanfalls in einem Restaurant geworden war.

Ruckartige Hilfe

Das Heimlich-Manöver sieht vor, dass der Helfer den Patienten von hinten umfasst und mit ruckartigen Bewegungen der Faust im unteren Brustbereich den Luftdruck in der Lunge erhöht, so dass der Fremdkörper aus der Luftröhre wieder nach oben kommt. Wahrscheinlich konnten so Zehntausende von Menschen gerettet werden.

Heimlich selbst soll die Methode erst vor wenigen Monaten bei einer 87-jährigen Heimbewohnerin angewendet haben, die sich an ihrem Essen verschluckt hatte. Während seiner aktiven Zeit als Arzt musste er hingegen kein einziges Mal in einem Notfall den nach ihm benannten Handgriff ausführen.

Zu den Prominenten, bei denen das Heimlich-Manöver zum Einsatz kam, zählen der frühere US-Präsident Ronald Reagan sowie die Schauspielerinnen Marlene Dietrich und Elizabeth Taylor.

wa/rb (afp, rtr, ap)