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Kultur

Ihr Ziel heißt Weltraumtourismus

Schon in drei Jahren soll der Ausflug ins All ein zwar teurer, aber normaler touristischer Spaß sein. Die "SpaceShipOne" bereitet dafür derzeit den Weg.

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Wieder erfolgreich gelandet: Astronaut Mike Melvill und die "SpaceShipOne"

Das erste private Raketenflugzeug "SpaceShipOne" hat am Mittwoch (29.9.04) seinen zweiten bemannten Flug ins Weltall absolviert. Es startete am Nachmittag unter dem Bauch eines speziellen Transportflugzeugs vom Mohave Airport im Südosten Kaliforniens und landete dort wieder nach eineinhalb Stunden.

Damit erhöhten sich für die Erbauer der Maschine die Chancen, den mit zehn Millionen Dollar dotierten so genannten X-Preis zu gewinnen. Bedingung dafür ist, dass ein privat finanziertes und entwickeltes dreisitziges Raumschiff zwei Mal binnen zwei Wochen ins All fliegt. Die Mannschaft um den Luft- und Raumfahrtpionier Burt Rutan will es in sechs Tagen schaffen und damit auch zeigen, dass kommerzielle Raumfahrt und Weltraumtourismus möglich sind. Dem entsprechend soll der nächste Flug am kommenden Montag (4.10.04) stattfinden.

Beim Start am Mittwoch mit Michael Melvill am Steuerpult gab es einige technische Probleme, die dazu führten, dass sich "SpaceShipOne" mehrfach um seine eigene Achse drehte und die Bahn eines Korkenziehers beschrieb. Dennoch konnte nach Angaben von Dick Rutan, dem Bruder des Erfinders, die vorgeschriebene Höhe für den X-Preis erreicht werden.

Demnach muss das von Microsoft-Mitgründer Paul Allen weitgehend finanzierte Raketenflugzeug beide Male über
eine Höhe von rund 100 Kilometern kommen, was als Grenze zum Weltraum gilt. "SpaceShipOne" hat dies schon einmal geschafft und damit Weltraumgeschichte geschrieben. Am 21.6.2004 verließ es als erstes privates Raumschiff die Erdatmosphäre, um mit seinem Piloten Melvill anschließend wieder sicher auf der Erde zu landen. Der X-Preis war vor rund einem Jahrzehnt ausgesetzt worden, um einen Anreiz für kommerzielle bemannte Raumflüge zu schaffen.

Die "Enterprise" kommt

Der britische Milliardär, Abenteurer und Eigentümer des Virgin-Konzerns, Richard Branson, gab am Montag (27.9.2004) bekannt, dass er mit Rutan kooperiere und ab 2007 Flüge ins All anbieten wolle. In Anlehnung an "SpaceShipOne" soll dazu im kommenden Jahr mit dem Bau eines ersten Raumschiffs, der "VSS Enterprise", für die neue Firma Virgin Galactic begonnen werden. Geplant ist, binnen von fünf Jahren 3000 Menschen ins All zu bringen. Die Preise sollen bei 115.000 Pfund (169.000 Euro) anfangen, drei Tage Training inklusive.

Wettbewerber werden aber wohl nicht lange auf sich warten lassen. Mehr als ein Dutzend Teams in der ganzen Welt arbeiten an privat finanzierten Raketen, die ins All vorstoßen sollen. Auch ihr Ziel heißt Weltraumtourismus. (kas)

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