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Wirtschaft

Ifo-Index legt überraschend zu

Wegen der Schuldenkrise herrschen in der EU Rezessionsängste, doch in Deutschland gibt es einen Gegentrend: Deutsche Unternehmen gehen optimistisch in das Weihnachtsgeschäft 2011, wie der Ifo-Index beweist.

Container im Hafen(Foto:dapd)

Erstmals seit vier Monaten gibt es Signale, die eine verbesserte Stimmung in den deutschen Chefetagen anzeigen. Die Lage im Einzelhandel sei im Monat November deutlich besser als im Vormonat, bestätigte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Donnerstag (24.11.2011) und verwies auf den unerwartet gestiegenen Ifo-Geschäftsklimaindex. Entgegen aller Annahmen stieg dieser im November auf 106,6 Zähler von zuvor 106,4 Punkten. Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7000 Firmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate.

Dem Binnenmarkt sei Dank

Bauarbeiter (Foto:dpa)

Die Baubranche trägt zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft bei

Die Schuldenkrise und die schlechte Stimmung auf den europäischen Märkten gehen allerdings auch an Deutschland nicht folgenlos vorbei. Durch die momentane politische und wirtschaftliche Lage fehlen wichtige ausländische Absatzmärkte wie Spanien und Italien. Davon ist vor allem die exportierende Industrie betroffen. Jedoch "ist die Binnennachfrage stabil und gut", sagte Abberger. Vor allem wirkten der Bau und der Großhandel der schlechten Exportsituation entgegen und glichen das Defizit aus. Zwar gebe es in Deutschland eine konjunkturelle Abschwächung, diese könne aber durch die gut funktionierenden Binnenmärkte wieder ausgeglichen werden. Die schwache Konjunktur in Europa müsse aber weiterhin angekurbelt werden. Laut Abberger, müsse dafür der Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,0 Prozent gesenkt werden.

Verbraucher sorgen für Aufschwung

Einkäufer (Foto: picture-alliance)

Konsumfreudige Verbraucher sorgen für Wirtschaftsaufschwung

Insbesondere der private Konsum trägt zu der optimistischen Wirtschaftsstimmung in Deutschland bei. Konsumfreudige Verbraucher und rege Investitionen von Unternehmen haben das deutsche Wirtschaftswachstum im dritten Quartal angeschoben. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte seine vorläufigen Berechnungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent zulegte. Im Jahresvergleich ergab sich ein Wachstum von 2,5 Prozent.

Nur vorsichtiger Optimismus

Ampelsignal (Foto:Bilderbox)

Der Wirtschaftsaufschwung könnte bald kippen

Trotz der guten Ifo-Zahlen ist wohl nur vorsichtiger Optimismus erlaubt. Deutschland ist ein Exportland und somit stark von seinen europäischen Absatzmärkten abhängig. Momentan verbucht die Industrie sinkende Aufträge und fährt ihre Produktion herunter, da wegen der Schuldenkrise und der globalen Konjunkturabkühlung das Exportgeschäft schwächelt. Bis dato konnte die gute Binnennachfrage das Defizit in der Exportindustrie ausgleichen. Doch viele Wirtschaftsanalysten befürchten, dass es bald nicht mehr der Fall sein wird. Für 2011 sagen Experten noch ein Wachstum von rund drei Prozent voraus, das sich aber im nächsten Jahr auf unter ein Prozent abschwächen dürfte. Manche Wirtschaftsexperten wie Andreas Scheuerle rechnen sogar mit einer Rezession im Winterhalbjahr. Zwar steht Deutschland immer noch besser da als viele andere Euro-Länder, doch drohen Einbrüche, falls die Euro-Zone in eine Rezession rutscht.

Autorin: Alina Alpert (rtr, dapd, dpa)
Reaktion: Martin Schrader

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