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Konjunktur

Ifo-Geschäftsklima steigt unerwartet stark

Die Stimmung unter den Führungskräften der deutschen Unternehmen hat sich im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Der Geschäftsklimaindex kletterte auf den höchsten Wert seit einem Vierteljahrhundert.

In den deutschen Chefetagen herrscht nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts "Champagnerlaune". Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 113,0 auf 114,6 Punkte, wie das Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Dies sei der höchste gemessene Wert seit 1991. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf 113,1 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur zeigt eine hohe Schlagzahl", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

"Allzeithoch! Das ist eine tolle Nachricht", kommentierte Andreas Scheuerle von der Deka-Bank. "Aber mal ehrlich: Befindet sich auch die deutsche Konjunktur auf einem Allzeithoch? Wohl kaum." Im Jahr des früheren Allzeithochs sei das deutsche Bruttoinlandsprodukt um gleich 4,1 Prozent gewachsen. Das erwarte derzeit niemand. "Wir sollten uns über eine gut laufende Konjunktur freuen, aber nicht - eingelullt von den guten Stimmungsindikatoren - selbstgefällig werden", so der Analyst. "Wenngleich es derzeit für das Wachstum gut aussieht, für einen Boom reicht es nun aber doch nicht", sagte sein Kollege Thomas Gitzelvon der VP Bank zum gestiegenen Geschäftsklima in Deutschland.

Deutliches Wirtschaftswachstum

Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Diese wuchs im ersten Quartal mit 0,6 Prozent dreimal so stark wie die weltweite Nummer eins USA. "Die Chancen für ein ähnlich kräftiges Realwachstum im zweiten Quartal stehen gut, auch weil nach der Wahl in Frankreich ein großes Stück politischer Unsicherheit verschwunden ist", sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent. 2018 sollen es 1,6 Prozent sein. 

ul/stu (rtr, afp, ifo)