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Wirtschaft

IFA 2012: Schneller, größer, schärfer

Auch wenn es keine bahnbrechenden Neuheiten zu sehen geben wird: Wer wissen will, was in Sachen Heimelektronik und Hausgeräte demnächst angesagt ist, kann das auf der IFA in Berlin herausfinden.

IFA 2012 - Miss IFA IFA 2012: Mit roter Perücke und perfektem Lächeln wirbt seit 2003 ein Model als Miss IFA für die Technikmesse in Berlin. Presse-Fotos für die IFA-Berichterstattung, Copyright Messe Berlin. Zulieferer: Manfred Böhm

Elektronikmesse IFA Messe Berlin

Hochauflösend, dreidimensional und sowohl miteinander als auch mit dem Internet vernetzt: Das sind die Fernseher, Computer, Mobiltelefone, Kameras und auch Haushaltsgeräte von heute. Zu sehen sind sie von Freitag an (31.08.2012) auf der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik, der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Revolutionäre technische Neuerungen werden für dieses Jahr zwar nicht erwartet, doch allein mit den Attributen "schneller, größer, schärfer" gelingt es der Branche, beim Konsumenten immer wieder Begehrlichkeiten zu wecken.

Michael Schidlack, Bereichsleiter Consumer Electronics und Digital Home beim IT-Fachverband Bitkom. Copyright: Bitkom

Fernseher gehen immer: Michael Schidlack, IT-Verband Bitkom

Das gilt vor allem für das nach wie vor am häufigsten in deutschen Haushalten genutzte Gerät, den Fernseher. Mehr als zehn Millionen Geräte werden in diesem Jahr verkauft werden. Michael Schidlack , Bereichsleiter Consumer Electronics und Digital Home beim IT-Fachverband Bitkom sieht zwei Trends: "Erstens ist es so, dass sich die Leute immer mehr Fernsehgeräte in die Wohnung stellen." Zwei Geräte pro Haushalt seien der Durchschnitt. Der Kaufanreiz wird vor allem von den vielen neuen Funktionen angetrieben. Zweitens wollten "die Leute einfach besser ausgestattete und immer größere Geräte - das ist auch ein großer Trend - oder Funktionen wie 3D", so Schidlack.

Immer wieder etwas Neues

Dabei scheint sich der Verbraucher nicht darum zu scheren, dass es nach wie vor keinen deutschsprachigen Sender gibt, der dreidimensionales Fernsehen anbietet und auch das Angebot an 3D-Filmen sehr übersichtlich ist. Hauptsache, das Gerät entspricht dem neuesten Trend. Fast schon zur Grundausstattung gehört inzwischen die Fähigkeit, mit anderen Geräten und dem Internet kommunizieren zu können, also "smart" zu sein. Mehr als die Hälfte aller in diesem Jahr verkauften Fernseher ist dazu in der Lage, Tendenz steigend, wie Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident des Elektrofachverbands ZVEI, betont. "Das Wort "smart" ist in aller Munde, und wenn Sie Smart-TV und Smart-Phones zusammennehmen, dann sind das die beiden größten Gerätekategorien in der Unterhaltungselektronik, die zusammen auf einen Umsatz von mehr als 13 Milliarden Euro kommen."

Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident ZVEI. Copyright: Messe Berlin

Die Welt ist smart: Hans-Joachim Kamp vom Industrieverband ZVEI

Rechnet man die klassische Unterhaltungselektronik hinzu, dann wird sich der Umsatz in diesem Jahr auf 29 Milliarden Euro steigern, das ist ein Plus von vier Prozent. Zwar ist der Preiskampf in der Branche weiterhin groß, der Preisverfall bei Fernsehern scheint indes gestoppt zu sein. Um 13 Prozent, so lautete die Prognose im vergangenen Jahr, würden 2012 die Preise sinken. Das sei so aber nicht eingetreten, sagt Michael Schidlack vom Bitkom. "Diese Entwicklung wird sich nicht endlos fortsetzen. Der Trend zu qualitativ höherwertigen Geräten wird auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen." In Zukunft würden zudem die Bildschirmgrößen weiter wachsen. "Das ist ein Trend, den wir in allen Ländern beobachten, und das kompensiert etwas das Problem des Preisverfalls."

Organische Leuchtdioden kommen

Deutsche Hersteller spielen auf dem TV-Markt inzwischen kaum noch eine Rolle. Die Koreaner beherrschen die Branche. Weltweit stammt etwa jedes dritte TV-Gerät von Samsung oder LG. Sie wollen auf der IFA nun auch Bildschirme zeigen, die mit organischen Leuchtdioden, so genannten Oleds, arbeiten und intensivere Farben und schärfere Kontraste bieten. Die ersten Geräte sollen noch in diesem Jahr in den deutschen Läden stehen, wahrscheinlich pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Das ist für die Unterhaltungsindustrie die wichtigste Zeit im Jahr. Vorbereitet wird sie auch auf der IFA in Berlin, wo Handel und Industrie miteinander Geschäfte im Wert von geschätzten mehr als 3,7 Milliarden Euro abschließen werden.

Einen zwar noch vergleichsweise kleinen, dafür aber wachsenden Anteil am Umsatz haben die Hausgeräte. Ihr Kaufanreiz liegt in der zunehmenden Sparsamkeit. So verbrauchen Kühlschränke und Waschmaschinen heute bis zu zwei Drittel weniger Energie als noch vor 15 Jahren, wie Hans-Joachim Kamp vom Elektrofachverband ZVEI betont. "In den deutschen Haushalten stehen mehr als 20 Millionen Geräte, die älter als 14 Jahre sind. Wenn wir diese Geräte alle austauschen würden, dann würde das einer Einsparung von 15 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr entsprechen."

Das entspricht ungefähr der Leistung von eineinhalb Kernkraftwerken. Natürlich müssen die Haushaltsgeräte von heute auch "smart" sein. Seine Waschmaschine von unterwegs über das Display des Handys zu starten, werde bald vollkommen normal sein, meint Hans-Joachim Kamp. Fehlt nur noch jemand, der vorher die Wäsche in die Maschine wirft.

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