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Top-Thema – Podcast

Ideen für volle Stadtkassen

Viele deutsche Städte haben Geldprobleme. Um die Kassen wieder zu füllen, greifen sie auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen: von der "Sex-Steuer" bis hin zu städtischen Mitarbeitern, die wie Hunde bellen.

Vielen Städten in Deutschland steht das Wasser bis zum Hals: Sie haben kein Geld mehr. Da Sparen nicht ausreicht, suchen sie nach neuen Einnahmemöglichkeiten. Und dabei kennt die Phantasie der deutschen Stadtverwaltungen keine Grenzen. So gibt es in vielen Städten jetzt eine "Bettensteuer" – beispielsweise in Duisburg. Hier müssen die Hotels für jede Nacht, die ein Gast bei ihnen schläft, drei Euro abgeben.

Die norddeutsche Stadt Quickborn hat bei 30 Bürgern einen Kredit von einer Million Euro aufgenommen. Für die Stadt Dortmund wäre diese Summe nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Sie benötigt 1,2 Milliarden Euro. Darum will Dortmund eine "Sex-Steuer" einführen. 15 Euro pro Tag will die Stadt von den Prostituierten kassieren, die auf dem Straßenstrich ihr Geld verdienen. Auch die Freier sollen zur Kasse gebeten werden, indem sie an einer Schranke für jede Durchfahrt einen Euro zahlen müssen.

Eine weitere ungewöhnliche Art, um mehr Geld in die Stadtkassen zu bekommen, gibt es in Köln. Die Mitarbeiter der Stadt haben nämlich die "Lizenz zum Bellen": Hundebesitzer, die für ihren Hund keine Steuern bezahlen, müssen damit rechnen, dass die städtischen Mitarbeiter an ihrer Tür klingeln. Falls ihr Hund beim Klingeln nicht schon laut antwortet, dürfen die Mitarbeiter "bellen". Spätestens dann kläffen die meisten Hunde zurück. Auf diese Art und Weise hat sich die Zahl der gemeldeten Hunde um 6.000 auf 31.000 erhöht. Das macht eine Mehreinnahme von jährlich etwa einer Million Euro. Wenn es also ums Geld geht, handeln die Städte nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.

Glossar

die Kassen füllen – Geld einnehmen

zu Maßnahmen greifen – etwas unternehmen, um ein Ziel zu erreichen

Mitarbeiter/in, der/die – der/die Angestellte

jemandem steht das Wasser bis zum Hals – jemand ist in einer schwierigen Situation

keine Grenzen kennen – hier: sehr groß sein

einen Kredit aufnehmen – sich Geld leihen

etwas ist ein Tropfen auf den heißen Stein – etwas hilft nur wenig

Prostituierte, die – eine Frau, die Sex für Geld anbietet

Straßenstrich, der – eine Straße, auf der → Prostituierte auf Kunden warten

etwas kassieren – Geld einnehmen

Freier, der – jemand, der für Sex zu einer → Prostituierten geht

jemanden zur Kasse bitten – jemanden für etwas bezahlen lassen

Schranke, die – das Hindernis, mit dem man den Weg versperren und freigeben kann

Durchfahrt, die – hier: das Fahren durch eine geöffnete → Schranke

Lizenz, die – die Erlaubnis

mit etwas rechnen – etwas erwarten

kläffen – bellen

nach einem Motto handeln – so handeln, dass man ein bestimmtes Ziel erreicht

Kleinvieh macht auch Mist – Redewendung, hier: auch kleine Geldsummen sind wichtig (Kleinvieh: kleine Tiere)

Fragen zum Text

1. Was ist die "Bettensteuer"?

a) Für jedes Bett, das in einem Hotel steht, muss eine bestimmte Steuer gezahlt werden.

b) Hotels müssen der Stadt pro Gast und Übernachtung eine bestimmte Summe zahlen.

c) Der Übernachtungspreis in Hotels erhöht sich für die Gäste um drei Euro.

2. Wie will die Stadt Dortmund ihre Geldprobleme lösen?

a) Die Prostituierten sollen für die Durchfahrt zum Straßenstrich einen Euro zahlen.

b) Jeder Freier soll 15 Euro mehr zahlen.

c) Prostituierte und ihre Kunden sollen eine Art "Sex-Steuer" zahlen.

3. Mit der "Lizenz zum Bellen" dürfen Mitarbeiter der Stadt …

a) Hunde direkt fragen, ob ihre Besitzer sie bei der Stadt gemeldet haben.

b) bellen, um nicht angemeldete Hunde zu finden.

c) kläffen, wenn sie Hundebesitzer sehen.

4. Wie hat sich die Zahl der Hunde durch die "Lizenz zum Bellen" geändert?

a) Jetzt sind 6000 Hunde mehr gemeldet als zuvor.

b) Zuerst waren nur 6000 Hunde gemeldet, jetzt sind es 31000.

c) Jedes Jahr werden 6000 neue Hunde gemeldet.

5. Um wieder mehr Geld zu haben, … die Stadt ihre Bürger zur Kasse.

a) betet

b) bittet

c) bietet

Arbeitsauftrag

Jetzt ist Ihre Phantasie gefragt: Was könnte man tun, um die Kassen einer Stadt wieder zu füllen? Erstellen Sie eine Liste möglicher Steuern oder anderer Lösungen. Stellen Sie sich nun vor, Sie wären der Bürgermeister und würden eine dieser Maßnahmen einführen. Erklären Sie der Gruppe (den Bürgern) die Vorteile dieser Maßnahme.

Autor/in: Klaus Deus/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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