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Digitales Leben

#IchBinEinBerliner: So reagiert das Netz auf den Anschlag in Berlin

Nach dem tödlichen Angriff auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin bringen zahlreiche Nutzer ihr Mitgefühl im Netz zum Ausdruck. Ganz weit oben: #PrayForBerlin und #IchBinEinBerliner.

Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin an der Gedächtniskirche melden sich tausende Nutzer zu Wort. Sie solidarisieren sich, wollen Hilfe mobilisieren, bringen ihr Mitgefühl zum Ausdruck oder rufen dazu auf, nun weder in Angst zu verfallen noch Hass zu verbreiten. 

Satiriker Jan Böhmermann appelliert: "Keine Angst. Kein Hass. Keine Angst. Kein Hass. Lasst uns zusammen halten. Habt einen sicheren, guten Abend."


Zudem brachen Jan Böhmermann und Olli Schulz ihre Veranstaltung im Berliner Tempodrom nach dem Anschlag in ab. "Das ist drei Kilometer von hier passiert. Ich war erst vor ein paar Tagen da. Ich glaube, das ist einfach so scheiße gerade und wir können auch nicht die richtigen Worte dafür finden. Auf alle Fälle können wir jetzt nicht weiter hier gute Laune verbreiten und Party machen, wenn hier Menschen sterben", sagte Schulz am Montagabend.

Anders entschied sich Komiker Oliver Kalkofe. Er wollte seine Live-Weihnachtsshow im Theater am Kudamm, nicht abbrechen und begründete das ausführlich auf seiner Facebook-Seite. Er schrieb: "Ich komme gerade heim...und hatte eben meine kleine gemütliche Live-Weihnachtsshow im #TheateramKudamm - nur knapp 500 Meter entfernt von den furchtbaren Ereignissen an der Gedächtniskirche. Ich erfuhr davon während der Pause - nur wenige Minuten nach dem Ereignis selbst - als noch niemand wirklich wusste was wirklich geschehen war. [...] Ganz ehrlich - eine der beschissensten und furchtbarsten Situationen, die man sich auf der Bühne nur vorstellen kann. Denn egal, was man tut - im Grunde ist jede Entscheidung falsch. [...] ich entschied mich für die eine falsche oder richtige oder sowohl-als-auch-Variante, die Show dennoch weiter zu führen. Denn für mich galt in dem Moment: Wir wussten (und wissen jetzt gerade im Moment) noch nicht genau, wer warum wie für diese Wahnsinnstat verantwortlich ist. Doch egal, ob es ein Terrorist, Asylant, politischer Aktivist, Glaubens-Täter welcher Religion auch immer oder einfach frustrierter Einzeltäter war - oder weder noch - falls es kein Unfall war, war es auf jeden Fall ein Idiot."  

Einige Nutzer zeigen sich geschockt, rufen unter dem Hashtag #PrayforBerlin zum Beten auf, andere versuchen Menschen dazu zu bewegen, aktiv zu werden: "Wer sich ehrlich fragt, wie er helfen kann: Geht Blut spenden. Es gab viele Verletzte."


Dem Musiker Jan Delay scheinen die Worte zu fehlen. Ihm fällt nur ein: "ach! du! scheisse!"  


Auch die Fußballwelt zeigt sich solidarisch mit Berlin. Mehrere Clubs drückten ihr Beileid für die Opfer aus.


Auch die Frage, wie es nach dem Anschlag weitergehen soll, beschäftigt die Netzgemeinde. "Heute dürfen wir Angst haben und trauern. Morgen gehen wir raus, trinken Glühwein und zeigen Stärke."

 

Die Solidarität ist am Tag nach dem Anschlag grenzüberschreitend vorhanden. Auch im schon mehrmals von Anschlägen betroffenen Frankreich solidarisieren sich Menschen mit Berlin. Dieser Nutzer hat zudem ein Foto des Eiffelturms gepostet, das das Pariser Wahrzeichen nach den Anschlägen in Belgien im März dieses Jahres zeigt. Die auf den Eiffelturm projizierte belgische Flagge erinnert mit ihren gleichen Farben unweigerlich an die deutsche. 

"Tous ensemble contre le terrorisme Amitié Franco-Allemande. Zusammen gegen Terrorismus Deutsch-Französische freundshaft." 

Die Stadt Nizza, die am französischen Nationalfeiertag dieses Jahres, dem 14. Juli, Opfer eines ganz ähnlichen Vorfalls wurde, twittert: "Die Stadt Nizza und seine Bürger sind solidarisch mit dem deutschen Volk. All unsere Gedanken sind bei den Opfern und Familien"

Am Abend des 19.12.2016 tötete ein Fahrer mit einem Laster mindestens ein Dutzend Menschen, indem er in die auf dem Weihnachtsmarkt versammelte Menschenmenge fuhr. Etwa 50 Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Laut Polizeiangaben handelt es sich um eine vorsätzliche Tat.

Um 12 Uhr mittags lädt der Erzbischof von Berlin, Heinrich Wullhorst, zum Gebet für die Opfer ein.