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Sport

"Ich ziehe meinen schönsten Hut ..."

Die Stimmung in Deutschland nach der Endspiel-Niederlage gegen Brasilien ist gedämpft. Insgesamt aber hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Erste Reaktionen - von Deutschen und Brasilianern.

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Trost nach der Niederlage: Torhüter Kahn und Teamchef Völler

Der brasilianische Trainer Luiz Felipe Scolari zeigt sich sehr glücklich, denn "es war ein hartes Stück Arbeit". Der deutsche Teamchef Rudi Völler empfand es nicht als Schande, gegen Brasilien zu verlieren, aber sagte auch: "Es ist bitter". Kein Vorwurf des Trainers an die Adresse von Torhüter Oliver Kahn, dessen Patzer zum 0:1 führte, denn der "hat eine Traum-WM gespielt und Dinge gehalten, das war sensationell." Der Torhüter, dessen einziger Fehler im Turnier so bestraft wurde, empfand die Worte des Teamchefs nicht als Trost: "Dass Fehler passieren, ist normal, aber dass es ausgerechnet im Finale passiert, ist zehnfach bitter."

"Ronaldo machte den Unterschied"

Der brasilianische Spielmacher des Bundesligisten Hertha BSC, Marcelinho, brachte es auf den Punkt, als er feststellte, dass im Finale zwei starke Mannschaften gegeneinander spielten - mit einer Einschränkung allerdings: "Ronaldo hat den Unterschied gemacht." Der lange verletzte zweifache Torschütze für Brasilien wies darauf hin, dass er lange gebraucht habe, wieder gesund zu werden: "Heute hat Gott mich und meine Mannschaft belohnt."

"Ein bisschen Wehmut"

Auch die deutschen "Edelfans" in Yokohama meldeten sich zu Wort. Bundespräsident Johannes Rau zeigte sich stolz auf den deutschen Fußball: "Es war eine große Leistung der deutschen Mannschaft. Sie kann erhobenen Hauptes nach Hause fahren." Bundeskanzler Gerhard Schröder empfand zwar "ein bisschen Wehmut", sah aber "ein großes Spiel einer fantastischen Mannschaft" und blickte in die Zukunft: "Bei der WM 2006 können wir uns noch steigern." Und Edmund Stoiber, Kanzlerkandidat der CDU/CSU sprach von einem "unglaublichen Kampfgeist" einer Mannschaft, die am Ende gegen eine "großartige brasilianische Mannschaft" verloren hat.

"Keine Gefährdung für den Weltfrieden"

Der Kommentar von Jens Weißflog, Skisprung-Olympiasieger, fiel nüchtern wie immer aus: "Dieses Ergebnis wird den Weltfrieden nicht gefährden." Überschwänglich dagegen das Lob der leidenschaftlichen Hutträgerin und Minister-Präsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis: "Ich ziehe meinen schönsten Hut vor der Leistung beider Mannschaften."

Autor: Wim Abbink
Redaktion: Ingun Arnold