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Fußball

"Ich war nicht der netteste Junge"

Er galt lange Zeit als der größter Rüpel der Premier League seit Paul Gascoigne. Seit ein paar Monaten aber ist Wayne Rooney privat ruhig geworden. Nur auf dem Platz ist er immer noch explosiv - und das ist auch gut so.

Sein Aussehen täuscht: Wayne Rooney. dpa

"Roo"

Wayne Rooney (links) setzt sich bei der WM 2006 gegen Equadors Giovanny Espinoza durch. (AP Photo/Thomas Kienzle)

Durchsetzungsstark: Rooney

Jüngst wurde Wayne Rooney von den englischen Journalisten zum Spieler des Jahres gewählt. Das ist keine Überraschung: Der 24-Jährige Stürmer von Manchester United hat in der Premier League und der Champions League so viele Tore wie noch nie in einer Saison geschossen. "Wayne ist magisch zurzeit“, lobt Englands Nationaltrainer Fabio Capello. Und auch Bayerns Ex-Trainer Jürgen Klinsmann genießt Rooneys "Tor- und Titelgier“. Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer traut ihm sogar zu, "in dieser Form England zum WM-Triumph führen zu können.“ Große Worte für einen Fußballer, der vor einigen Monaten in Großbritannien noch als größter Rüpel seit Paul Gascoigne galt. Aufgewachsen in Liverpools Problemvorort Croxteth, der Vater ein Dauer-Arbeitsloser und Amateur-Boxer, die Mutter brachte als Küchenhilfe das Geld nach Hause. Rooney hatte vom Vater das Boxen gelernt, entschied sich dann aber für den Fußball. Weil er noch zu jung für einen Profivertrag war, spielte er für 80 Pfund die Woche. Als 16-Jähriger debütierte er dann für Everton, wurde damals jüngster Torschütze in der ersten Liga und mit 17 Jahren der jüngste Nationalspieler Englands. Kurz darauf wechselte Rooney zu Manchester United.

Ein Skandal nach dem anderen

Rooney kassierte bei der WM gegen Portugal eine rote Karte. (AP Photo/Mark J. Terrill)

Mal wieder "Rot" für Rooney

Von da an machte "Roo“ mit Toren, hauptsächlich aber mit Skandalen auf sich aufmerksam: es gab viele Platzverweise und Provokationen der gegnerischen Fans sowie Alkoholexzesse, Prügeleien und Bordellbesuche. Doch seit einigen Monaten ist es verhältnismäßig ruhig um ihn geworden. Von dem unreifen Spieler ist nur wenig übrig geblieben. Die Ursache, so sagt der heut 24-Jährige selbst, liege in der Hochzeit mit seiner langjährigen Verlobten Coleen und der Geburt des Sohnes Kai Wayne im November 2009. Wahrscheinlich hilft ihm auch, dass er seine früher ungezähmte Aggressivität nun mit Hilfe eines Psychologen kanalisiert. "Offensichtlich habe ich in der Vergangenheit einige schlechte Entscheidungen getroffen - Ich war nicht der netteste Junge“, gibt Rooney heute rückblickend zu. "Aber ich möchte daraus lernen und mich verbessern und dann werde ich in Zukunft hoffentlich auch keine Probleme mehr haben.“ Das zahlt sich auch auf dem Platz aus. Trainer Alex Ferguson: "Wayne ist besessen und will immer besser werden. Aber er ist im Moment schon sensationell.“ Rooney war schon als jugendlicher Kicker ein begnadeter Stürmer. Doch dank seiner Leistungsexplosion in dieser Saison ist er momentan der wohl beste Stürmer der Welt. Das liegt zum großen Teil daran, dass er seit dem Weggang von Cristiano Ronaldo seit dieser Saison statt wie bisher auf dem Flügel nun als echter Mittelstürmer ran darf – dort kommt sein Talent voll zur Geltung.

Abgeklärt vor dem Tor

Manchester United's Wayne Rooney (rechts) freut sich über eins seiner beiden Tore beim Champions League Spiel beim AC Mailand. (AP Photo/Jon Super)

Jubeln durfte er zuletzt oft

Er ist – auch wenn er nicht so aussieht - schnell, wendig und technisch versiert. Und so souverän vor dem Tor wie kaum ein anderer. Einzige Schwäche ist noch das Kopfballspiel. Aber auch das ist besser geworden, so dass Wayne Rooney als rundum kompletter Stürmer bezeichnet werden kann. Die englischen Fans sind begeistert von ihm – dem Arbeiterjungen, der zum Weltstar wurde. Rooney hat mittlerweile vier Werbeverträge und bereits jetzt ein Gesamtvermögen von rund 40 Millionen Euro. Die Fans in England lieben ihn: wegen seiner Herkunft, seiner Spielweise und seinem unbändigen Siegeswillen. Deshalb ist Rooney der Mann, auf dem alle Hoffnungen bei der WM 2010 ruhen. Vor sieben Jahren gab Rooney sein Debüt in der Nationalmannschaft, damals als jüngster Spieler. Bei der EM 2004 brach er sich den Mittelfuß, erneut dieselbe Verletzung erlitt er kurz vor der WM 2006 - trotzdem spielte er bei einigen Partien mit. Weil sich England für die EM 2008 nicht qualifizierte, sind Rooney und seine Spielkollegen nun für die WM in Südafrika besonders motiviert.

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Wolfgang van Kann

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