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Kultur

Ich spiele sehr gern auf Risiko

Der junge Klarinettist Sebastian Manz startet durch. Nach dem 1. Preis beim renommierten ARD-Musikwettbewerb steht einer internationalen Karriere nichts mehr im Weg.

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Sebastian Manz - Klarinettist

Vorstellen könnte er es sich schon, ein Leben als Virtuose. Heute hier, morgen dort: diesem Prinzip folgt der 1986 in Hannover geborene Klarinettist Sebastian Manz jedoch schon jetzt. Abends ein Konzert im Ruhrgebiet, dann geht es noch in der Nacht mit dem Leihwagen zurück nach Lübeck. Vormittags Probe, abends Dienst als stellvertretender Solo-Klarinettist im Orchestergraben des Lübecker Theaters. Dazu Soloauftritte, Kammermusik und demnächst eine Tournee, auf die er vom Deutschen Musikrat geschickt wird: Mehr Termine haben auch Solisten von Weltrang nicht.

Eine musikalische Familie

"Ich spiele wahnsinnig gerne Klavier", meint Sebastian Manz. "Aber meine Eltern haben es bewusst darauf angelegt, dass ich nicht Pianist wurde". Wolfgang Manz und Julia Goldstein, beide Konzertpianisten, haben in ihrer Familie für eine gute Verteilung der musikalischen Interessen gesorgt. "Ich bin der einzige Bläser in unserer Familie. Meine Schwester spielt Geige, mein kleiner Bruder spielt Cello", erklärt Sebastian Manz. Nach der musikalischen Früherziehung und dem Besuch im Knabenchor wurde er Jungstudent in Sabine Meyers und Reiner Wehles "Klarinettistenschmiede" in Lübeck.

Ein Sieg, ein Schrei

Bei "Jugend Musiziert" hat Sebastian Manz viele erste Preise gewonnen, auch bei anderen Wettbewerben war er sehr erfolgreich. Dann kam 2008 ein Sieg, mit dem er nicht gerechnet hatte. "Ich hab’ nur noch in Erinnerung, dass ich auf die Bühne kam und laut geschrieen hab", erinnert sich Manz. Den ersten Preis beim 57. Internationalen Musikwettbewerb der ARD im Fach Klarinette zu gewinnen, ist außergewöhnlich, denn seit 40 Jahren wurde er nicht mehr vergeben. Das alles erzeugte großes Aufsehen. "Erst mal habe ich so viel E-Mails wie noch nie bekommen – und musste jeden Tag mein Handy neu Aufladen". Nach dem Wettbewerbsgewinn standen die Veranstalter Schlange. Jetzt kann Manz dem Wettbewerbszirkus adé sagen.

Perfektion und Wagemut

Das Spiel von Sebastian Manz wirkt quicklebendig, ist reich an Klangfarben und technisch makellos. "Dieser Perfektionsdrang ist immer da. Aber es ist geht nicht immer um Perfektion", erläutert der junge Klarinettist. "Hauptsache, es wird dem Publikum etwas erzählt". Die künstlerische Eigenständigkeit und der Wille, mehr als nur die Noten zu spielen, die auf dem Blatt stehen: Das ist es, was Sebastian Manz ausmacht. "Es sollte nicht alles genau geplant sein. Ich spiele gerne auf Risiko."

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