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Welt

„Ich bin super!" - Gewalt und Konfliktlösung an deutschen Schulen

26. 4. 2002: ein Jugendlicher erschießt ohne ersichtlichen Grund 17 Menschen. Der Tatort: sein früheres Gymnasium in Erfurt. Der blutige Amoklauf rückt das Thema "Gewalt an den Schulen" in den Blick der Öffentlichkeit.

Zwei Jungen prügeln sich

Ausgrenzung, Hänseleien und Prügeleien - Realität an deutschen Schulen

Die ernüchternde Realität an deutschen Schulen macht nicht nur Schülern, Eltern und Lehrern Sorgen: es werden Waffen mitgebracht, selbst Mädchen üben immer häufiger körperliche Gewalt aus. Ein gesellschaftliches Problem? Die Suche nach den Ursachen und Wegen aus der Gewalt beginnt mit der Frage: Wo beginnt, wo endet Gewalt?

Was ist Gewalt?

Die Antwort ist höchst subjektiv. Für den einen ist Gewalt schon ein erniedrigender Blick, ein Ausgrenzen auf dem Schulhof, Hänseleien. Für den anderen bedeutet sie körperliche Gewalt. Deren Heftigkeit hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Während in Gymnasien mehr mit Worten verletzt wird, zum Beispiel durch Lästern und Mobbing, verhalten sich Hauptschüler nicht so schlagfertig und wortgewandt. Dafür langen sie aber schneller zu. Ein Pauschalurteil? Eine neue Studie des Freiburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht hat Vergehen wie Diebstahl, Erpressung oder Körperverletzung an Schulen untersucht und kommt zum traurigen Ergebnis: Haupt- und Sonderschüler sind zwei bis drei Mal gewalttätiger als Gymnasiasten.

Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst

Die Gründe für Gewalt an Schulen sind zahlreich und so unterschiedlich wie die Schüler selbst. Einige Kinder unterdrücken ihre Opfer mit Gewalt, um auch einmal das Gefühl zu bekommen, Sieger zu sein. Andere lassen ihre Wut an einem Schwächeren als Sündenbock aus, oder versuchen mit Gewalt ein bestimmtes Ziel erreichen. Oder zu erpressen. Ein Spiegelbild der erwachsenen Ellbogengesellschaft?

An vielen Schulen wird an Konzepten gearbeitet, die das Konfliktpotential entschärfen sollen. Dazu gehören Elternabende, Projektwochen gegen Gewalt oder spezielle Programme, die den Jugendlichen helfen, ihre Streitigkeiten eigenständig und friedlich zu lösen – in offiziellen Streitschlichtungen, aber auch im Theater- und Rollenspiel.

Autoren: Katharina Borchardt und Nolito Marques

Redaktion: Peter Koppen

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